Rotgold, Gelbgold, Weißgold: was die Farbe verursacht

Die Farbe von Gold entsteht durch die Zulegierung: Kupfer macht es rötlich, Silber heller und grünlich, Palladium oder Nickel weiß, während der Feingehalt und damit der Materialwert davon vollkommen unberührt bleiben.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein 750er Ring enthält immer 75 Prozent Gold, unabhängig davon, ob er rot, gelb oder weiß ist.
  • Rotgold enthält typischerweise 20 bis 25 Prozent Kupfer, Gelbgold etwa gleiche Teile Kupfer und Silber.
  • Weißgold wird mit 10 bis 16 Prozent Palladium oder Nickel legiert und meist rhodiniert.
  • Kupferreiche Legierungen sind härter, laufen aber eher an.

Drei Ringe, drei Farben, derselbe Stempel. Wer das zum ersten Mal sieht, vermutet unterschiedliche Qualitäten. Tatsächlich ist der Goldanteil in allen dreien identisch.

Was die Zulegierung bewirkt

Reines Gold ist tiefgelb und sehr weich mit etwa 25 Vickershärte. Für Schmuck wird es deshalb mit anderen Metallen gemischt. Kupfer verschiebt den Ton ins Rötliche und härtet stark, Silber hellt auf und macht die Farbe kühler, Palladium und Nickel entfärben zu Weiß. Zink dient dem Fluss beim Gießen. Das Verhältnis dieser Zusätze bestimmt die Farbe.

FarbeGoldKupferSilberPalladium oder NickelHärte
Rotgold75 Prozent20 bis 25 Prozent0 bis 5 Prozent0150 bis 200 HV
Roségold75 Prozent15 bis 20 Prozent5 bis 10 Prozent0130 bis 180 HV
Gelbgold75 Prozent10 bis 15 Prozent10 bis 15 Prozent0120 bis 160 HV
Grüngold75 Prozent0 bis 5 Prozent20 bis 25 Prozent090 bis 130 HV
Weißgold75 Prozent0 bis 10 Prozent0 bis 10 Prozent10 bis 16 Prozent130 bis 200 HV
Typische Zusammensetzungen bei 750er Gold.

Was das im Alltag heißt

Kupferreiche Legierungen sind härter und damit kratzfester, laufen aber bei manchen Menschen an, weil Kupfer mit Schweiß reagiert. Silberreiches Grüngold ist weich und für Trauringe kaum geeignet. Weißgold ist hart, braucht aber alle ein bis drei Jahre eine neue Rhodiumschicht für 40 bis 90 Euro.

Wenn zwei Farben aneinander liegen

Wer einen Rotgoldring neben einem Weißgoldring trägt, sollte auf die Härte achten. Liegt zwischen beiden ein Unterschied von 60 Vickershärte, schleift der härtere Ring den weicheren mit den Jahren sichtbar an. Bei zweifarbigen Stücken aus einer Werkstatt ist das berücksichtigt, bei Kombinationen aus verschiedenen Quellen nicht.

Für den Verkauf spielt die Farbe keine Rolle. Ein Ankäufer zahlt nach Feingehalt, und der ist bei allen Farbtönen derselbe. Ein 750er Rotgoldring mit 8 Gramm ist genauso viel wert wie ein 750er Weißgoldring mit 8 Gramm, also 463 Euro Materialwert.

Warum Weißgold nie ganz weiß ist

Selbst mit 16 Prozent Palladium bleibt ein leicht gelblicher Schimmer. Deshalb wird Weißgold galvanisch mit Rhodium überzogen, einer 0,1 bis 0,2 Mikrometer dünnen Schicht aus der Platingruppe. Ohne diese Beschichtung wirkt Weißgold wärmer, was manche bewusst wählen, weil es dann wartungsfrei ist.

Häufige Fragen

+Ist Weißgold weniger wert als Gelbgold?

Nein. Bei gleichem Feingehalt ist der Materialwert identisch. Weißgold kostet im Laden manchmal mehr, weil Palladium teurer ist als Kupfer.

+Warum läuft mein Rotgoldring an?

Wegen des hohen Kupferanteils von 20 bis 25 Prozent. Kupfer reagiert mit Schweiß und Luft, was sich durch Reinigen leicht beheben lässt.

+Kann man die Farbe eines Rings ändern?

Nur durch Beschichtung, die 1 bis 3 Jahre hält. Die Legierung selbst lässt sich nicht nachträglich verändern.

+Welche Farbe ist am haltbarsten?

Kupferreiche Legierungen sind mit 150 bis 200 Vickershärte am kratzfestesten. Grüngold mit hohem Silberanteil ist am weichsten.

+Was ist Roségold?

Eine Zwischenstufe zwischen Rot- und Gelbgold mit etwa 15 bis 20 Prozent Kupfer und 5 bis 10 Prozent Silber.

Quellen

  1. 1Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
  2. 2Verordnung über kosmetische Mittel und Grenzwerte für Nickelfreisetzung, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union (August 2026)

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