Weißgold rhodinieren: wie oft die Schicht erneuert wird
Die Rhodiumschicht auf Weißgold hält bei täglichem Tragen ein bis drei Jahre und wird für 40 bis 90 Euro je Stück erneuert, wobei die Beschichtung beliebig oft wiederholbar ist, weil dabei kein Material des Rings abgetragen wird.
gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Die Schicht ist 0,1 bis 0,2 Mikrometer dünn, also etwa ein Fünfhundertstel eines Haardurchmessers.
- Rhodium gehört zur Platingruppe, ist sehr hart und läuft nicht an.
- Ringe nutzen sich schneller ab als Ketten und Ohrringe, weil die Hand ständig Kontakt hat.
- Palladiumlegiertes Weißgold kommt ohne Beschichtung aus, kostet aber 10 bis 20 Prozent mehr.
Weißgold ist genau genommen gar nicht weiß. Es ist eine gelbliche Legierung, die durch eine hauchdünne Schicht aus Rhodium ihren kühlen Ton bekommt.
Warum überhaupt beschichtet wird
Gold ist von Natur aus gelb. Die Zulegierung von Palladium, Nickel oder Silber hellt es auf, führt aber zu einem grau-gelblichen Ton. Rhodium ist strahlend weiß, sehr hart und läuft nicht an, weshalb es galvanisch aufgebracht wird. Der Bezug misst 0,1 bis 0,2 Mikrometer und lässt den Ring wie Platin aussehen.
| Stück | Trageverhalten | Standzeit | Kosten je Erneuerung |
|---|---|---|---|
| Ring täglich | ständiger Kontakt | 1 bis 2 Jahre | 40 bis 70 € |
| Ring gelegentlich | wenige Tage im Monat | 4 bis 6 Jahre | 40 bis 70 € |
| Kette | wenig Reibung | 5 bis 8 Jahre | 50 bis 90 € |
| Ohrringe | kaum Reibung | 8 bis 12 Jahre | 50 bis 80 € |
| Armband | mittlere Reibung | 3 bis 5 Jahre | 60 bis 90 € |
Woran das Ende der Schicht zu erkennen ist
Zuerst an der Ringunterseite, wo der Kontakt am stärksten ist. Dort schimmert ein warmer, leicht gelblicher Ton durch. Später wird der Übergang zur noch beschichteten Fläche sichtbar, und der Ring wirkt fleckig. Das ist kein Materialfehler, sondern normaler Verschleiß, und es lässt sich beliebig oft beheben.
Wie der Vorgang abläuft
Das Stück wird gereinigt, entfettet und in ein galvanisches Bad gehängt, in dem sich Rhodium unter Strom abscheidet. Der Vorgang dauert wenige Minuten, die Vorbereitung länger. Steine müssen abgedeckt oder ausgebaut werden, wenn sie das Bad nicht vertragen, was bei Perlen, Smaragden und Opalen der Fall ist. Deshalb kostet ein steinbesetztes Stück mehr als ein glatter Ring.
Weil dabei nichts vom Ring abgetragen wird, ist die Zahl der Wiederholungen unbegrenzt. Anders als beim Polieren verliert der Ring also kein Material und keine Gravur.
Die Alternative ohne Wartung
Weißgold mit hohem Palladiumanteil ist von Natur aus heller und kommt ohne Beschichtung aus. Es wirkt etwas wärmer als rhodiniertes Weißgold, ist dafür wartungsfrei. Der Aufpreis liegt bei 10 bis 20 Prozent. Wer den Aufwand ganz vermeiden will, greift zu Platin, das dauerhaft weiß bleibt und nur gelegentlich poliert wird.
Häufige Fragen
+Wie oft muss Weißgold rhodiniert werden?
Bei täglich getragenen Ringen alle 1 bis 2 Jahre, bei Ketten und Ohrringen deutlich seltener.
+Was kostet das Nachrhodinieren?
40 bis 90 Euro je Stück. Steinbesetzte Stücke liegen am oberen Ende, weil empfindliche Steine abgedeckt werden müssen.
+Nutzt sich der Ring dabei ab?
Nein. Beim Rhodinieren wird Material aufgebracht, nicht abgetragen. Nur das vorherige Polieren kostet minimal Substanz.
+Gibt es Weißgold ohne Beschichtung?
Ja, palladiumlegiertes Weißgold. Es wirkt etwas wärmer, braucht aber keine Wartung und kostet 10 bis 20 Prozent mehr.
+Kann eine Gravur verloren gehen?
Beim Rhodinieren nicht. Beim vorbereitenden Polieren wird eine flache Gravur allerdings schwächer, was bei Lasergravuren mit 0,02 Millimetern Tiefe schnell sichtbar wird.
Quellen
- 1Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
- 2Verordnung über kosmetische Mittel und Grenzwerte für Nickelfreisetzung, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union (August 2026)