585 oder 750: was der Stempel über den Wert sagt

750er Gold enthält 75 Prozent Feingold und damit 28 Prozent mehr als 585er mit 58,5 Prozent, dafür ist es weicher und im Alltag anfälliger für Kratzer.

gelistet Redaktion · Stand 6. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Materialwert von 750er liegt exakt um den Faktor 1,282 über dem von 585er Gold, bei gleichem Gewicht.
  • 585er ist härter und damit für Trauringe und Ketten alltagstauglicher.
  • Die Farbe hängt nicht vom Feingehalt ab, sondern von der Zulegierung aus Kupfer, Silber und Palladium.
  • Beim Ankauf zählt allein der Feingehalt, nicht die Farbe und nicht die Marke.

Vor der Vitrine steht die Frage meist als Preisfrage. Sie ist auch eine Materialfrage, denn zwischen 585 und 750 liegen nicht nur 165 Tausendstel Gold, sondern ein spürbarer Unterschied in Härte und Pflege.

Der Preisunterschied lässt sich ausrechnen

750 geteilt durch 585 ergibt 1,282. Ein Ring aus 750er Gold hat bei identischem Gewicht also 28,2 Prozent mehr Materialwert. Bei einem Kurs von 77,16 Euro je Gramm Feingold sind das 57,87 Euro gegenüber 45,14 Euro je Gramm.

Im Laden ist der Unterschied größer, weil Arbeitszeit, Steine und Marge dazukommen. Bei einem 5-Gramm-Trauring reden wir über 64 Euro Materialdifferenz, im Verkaufspreis werden daraus oft 150 bis 250 Euro.

Merkmal585er Gold750er Gold
Feingoldanteil58,5 Prozent75,0 Prozent
Materialwert je Gramm bei 77,16 €/g Feingold45,14 €57,87 €
Vickershärte je nach Legierung120 bis 200 HV90 bis 160 HV
Anlaufneigung durch Kupfer und Silberhöhergeringer
Verbreitung bei deutschen Trauringenüberwiegendgehobenes Segment
Nickelfreiheit garantiertnicht automatischnicht automatisch
585 und 750 im direkten Vergleich.

Härte entscheidet im Alltag

Je mehr Feingold, desto weicher das Stück. Feingold hat rund 25 HV, gehärtete 585er Legierungen erreichen bis 200 HV. Wer täglich mit den Händen arbeitet, sieht an einem 750er Ring nach zwei Jahren mehr Spuren als an einem 585er. Umgekehrt lässt sich 750er leichter polieren, weil mehr Material zum Verputzen da ist.

Farbe kommt aus der Zulegierung

Rotgold entsteht durch Kupfer, Weißgold durch Palladium oder Nickel, Gelbgold durch eine Mischung aus Silber und Kupfer. Der Feingehalt bleibt gleich. Ein 750er Weißgoldring und ein 750er Rotgoldring haben denselben Materialwert, obwohl sie völlig verschieden aussehen.

Weißgold wird üblicherweise rhodiniert, also mit einer dünnen Schicht Rhodium überzogen. Diese Schicht nutzt sich nach 1 bis 3 Jahren ab, das Nachrhodinieren kostet je nach Werkstatt 40 bis 90 Euro.

Beim Verkauf zählt nur der Gehalt

Im Ankauf spielen Marke, Design und Kaufpreis keine Rolle, solange das Stück eingeschmolzen wird. Gewogen wird das Metall, gemessen der Feingehalt. Wer ein Markenstück mit Sammlerwert hat, sollte es deshalb nicht zum Materialpreis abgeben, sondern beim Fachhändler oder in einer Auktion anbieten.

Häufige Fragen

+Ist 750er Gold besser als 585er?

Es ist wertvoller, nicht zwingend besser. Für Ringe, die täglich getragen werden, ist die höhere Härte von 585er oft der praktischere Weg.

+Kann man 585 und 750 kombinieren?

Ja. Zwei Ringe unterschiedlicher Härte reiben aneinander, dabei nutzt sich der weichere schneller ab. Bei Ehering und Vorsteckring lohnt es, denselben Feingehalt zu wählen.

+Läuft 585er Gold an?

Der höhere Kupfer- und Silberanteil kann mit Schweiß und Kosmetik reagieren. Ein dunkler Film lässt sich mit warmem Wasser, mildem Spülmittel und weicher Bürste entfernen.

+Warum steht auf manchem Schmuck 585 und nicht 14 Karat?

In Deutschland wird in Tausendsteln gestempelt. 14 Karat entsprechen rechnerisch 583, gefertigt wird auf 585, damit die Angabe eingehalten ist.

+Was ist 375er Gold?

37,5 Prozent Feingold, verbreitet in Großbritannien. Der Materialwert liegt bei rund zwei Dritteln von 585er Gold, die Anlaufneigung ist deutlich höher.

Quellen

  1. 1Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
  2. 2LBMA Gold Price, Preisdaten, London Bullion Market Association (August 2026)

Passend dazu