Goldankauf: was pro Gramm wirklich gezahlt wird

Gezahlt wird der Feingoldanteil zum Tageskurs abzüglich einer Marge von üblicherweise 5 bis 20 Prozent, bei 585er Schmuck also gut die Hälfte des Kurswerts pro Gramm.

gelistet Redaktion · Stand 6. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rechnung lautet: Gewicht in Gramm mal Feingehalt mal Tageskurs, davon geht die Marge des Händlers ab.
  • 585er Gold enthält 58,5 Prozent Feingold, 750er 75 Prozent, 333er nur 33,3 Prozent.
  • Steine, Federn, Verschlüsse und Uhrwerke werden abgezogen, gewogen wird das reine Metall.
  • Die Marge liegt bei Barren und Münzen meist unter 5 Prozent, bei Bruchschmuck zwischen 10 und 20 Prozent.

Wer eine alte Kette zum Ankauf bringt, bekommt selten den Preis genannt, den er im Internet gelesen hat. Das liegt nicht zwingend an Unseriosität, sondern an drei Größen, die jeder Ankauf gegeneinander rechnet: Feingehalt, Tageskurs und Marge.

Die Rechnung in drei Schritten

Der Goldpreis wird in Feinunzen notiert. Eine Feinunze sind 31,1035 Gramm. Wird die Unze mit 2.400 Euro gehandelt, entspricht das 77,16 Euro je Gramm Feingold. Dieser Wert gilt für 999er Material, nicht für Schmuck.

Schmuck ist legiert. Ein 585er Ring besteht zu 58,5 Prozent aus Gold, der Rest ist meist Kupfer und Silber. Aus 77,16 Euro je Gramm Feingold werden damit 45,14 Euro je Gramm Ringgewicht. Bei 750er Gold sind es 57,87 Euro, bei 333er nur 25,69 Euro.

Vom Materialwert geht die Marge ab. Sie deckt Scheidung, Transport, Versicherung und den Gewinn. Bei Anlagebarren mit Prüfnummer liegt sie oft unter 5 Prozent, weil das Metall ohne weitere Prüfung weiterverkauft werden kann. Bei gemischtem Bruchgold sind 10 bis 20 Prozent üblich, weil der Ankauf einschmelzen und analysieren lassen muss.

StempelFeingehaltMaterialwert je GrammAuszahlung bei 12 Prozent Marge
33333,3 Prozent25,69 €22,61 €
37537,5 Prozent28,94 €25,47 €
58558,5 Prozent45,14 €39,72 €
75075,0 Prozent57,87 €50,93 €
91691,6 Prozent70,68 €62,20 €
99999,9 Prozent77,08 €67,83 €
Beispielrechnung bei einem Kurs von 2.400 Euro je Feinunze, also 77,16 Euro je Gramm Feingold.

Was nicht mitgewogen wird

Gewogen wird das Edelmetall, nicht das Schmuckstück. Abgezogen werden Steine, Perlen, Stahlfedern in Verschlüssen, Uhrwerke und Lederbänder. Bei einem Armband mit Sicherheitsverschluss aus Stahl können das 2 bis 4 Gramm sein, also bei 585er Material rund 100 Euro Unterschied.

Ein zweiter Punkt betrifft Lot und Löststellen. Reparaturstellen sind häufig mit niedriger legiertem Lot gefügt. Seriöse Ankäufer prüfen deshalb mit dem Prüfstein oder per Röntgenfluoreszenz und nicht allein nach dem Stempel.

Woran ein faires Angebot zu erkennen ist

  • Der Tageskurs wird genannt und ist nachprüfbar, etwa gegen die Notierung der LBMA.
  • Gewogen wird vor Ihren Augen auf einer geeichten Waage mit zwei Nachkommastellen.
  • Der Feingehalt wird gemessen, nicht nur abgelesen.
  • Die Marge wird als Prozentsatz beziffert statt als Pauschale verschwiegen.
  • Sie bekommen einen Beleg mit Gewicht, Feingehalt, Kurs und Auszahlungsbetrag.

Drei Angebote sind kein Aufwand, sondern Geld

Zwischen dem besten und dem schlechtesten Angebot am selben Tag liegen in der Praxis 10 bis 25 Prozent. Bei 50 Gramm 585er Gold, also rund 2.257 Euro Materialwert, sind das 226 bis 564 Euro. Drei Anfragen dauern eine Stunde.

Der Kurs ändert sich minütlich. Ein Angebot, das nicht am selben Tag gilt, ist keines. Lassen Sie sich die Gültigkeit auf dem Beleg bestätigen.

Häufige Fragen

+Wie viel bekomme ich für 10 Gramm 585er Gold?

Bei einem Kurs von 2.400 Euro je Feinunze sind das 451 Euro Materialwert. Nach Abzug einer Marge von 12 Prozent bleiben rund 397 Euro.

+Warum zahlt der Ankauf nicht den vollen Goldpreis?

Weil das Metall erst geschieden werden muss und der Händler Kursrisiko, Transport, Versicherung und Prüfung trägt. Nur bei anerkannten Barren entfällt der größte Teil davon.

+Muss ich einen Ausweis mitbringen?

Ab 2.000 Euro Barzahlung verlangt das Geldwäschegesetz die Identifizierung. Viele Händler prüfen den Ausweis schon darunter.

+Lohnt sich der Verkauf beim Juwelier oder beim Scheideanstalt-Ankauf?

Scheideanstalten zahlen bei größeren Mengen oft mehr, verlangen aber Versand und Mindestmengen. Bei unter 100 Gramm ist der örtliche Ankauf meist gleichwertig, weil Porto und Versicherung entfallen.

+Wird vergoldeter Schmuck angekauft?

In der Regel nicht. Eine Vergoldung wiegt Bruchteile eines Gramms, die Scheidung kostet mehr, als das Gold wert ist.

Quellen

  1. 1Precious Metal Prices, LBMA Gold Price, London Bullion Market Association (August 2026)
  2. 2Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
  3. 3§ 10 GwG, Allgemeine Sorgfaltspflichten, Bundesministerium der Justiz (August 2026)

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