Was ein Mittagstisch heute kostet

Ein Mittagstisch kostet in deutschen Städten je nach Lage und Umfang 9 bis 18 Euro, wobei der Wareneinsatz nur 3 bis 5 Euro ausmacht und Personalkosten sowie die im Mittagsgeschäft besonders knappe Zeitspanne den Preis bestimmen.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Wareneinsatz eines Mittagsgerichts liegt bei 25 bis 35 Prozent des Verkaufspreises.
  • Das Mittagsgeschäft läuft in 90 bis 120 Minuten ab, was hohe Anforderungen an Personal und Küche stellt.
  • Der gesetzliche Mindestlohn bestimmt in der Gastronomie einen großen Teil der Kalkulation.
  • Zwischen Innenstadt und Randlage liegen bei gleichem Gericht 3 bis 6 Euro Unterschied.

Der Mittagstisch war lange das günstigste warme Essen außer Haus. Er ist es noch immer, aber der Abstand zum Abendgeschäft ist kleiner geworden.

Woraus der Preis besteht

Bei einem Gericht für 13,50 Euro brutto bleiben netto 11,34 Euro. Davon gehen 3,40 bis 4,00 Euro Wareneinsatz ab, 4,50 bis 5,50 Euro Personalkosten einschließlich Nebenkosten, 1,20 bis 1,80 Euro Miete und Energie sowie Verwaltung und Abschreibung. Übrig bleiben 3 bis 8 Prozent, also 35 bis 90 Cent je Teller.

AngebotInnenstadtRandlageWareneinsatz
Suppe und Hauptgang12 bis 18 €9 bis 14 €3,00 bis 4,50 €
Hauptgang allein10 bis 15 €8 bis 12 €2,50 bis 4,00 €
Mit Salatbeilage13 bis 19 €10 bis 15 €3,20 bis 4,80 €
Vegetarisch10 bis 15 €8 bis 12 €2,00 bis 3,20 €
Fischgericht14 bis 22 €11 bis 17 €4,50 bis 7,00 €
Mit Getränk und Nachtisch16 bis 24 €13 bis 19 €4,50 bis 6,50 €
Preisspannen beim Mittagstisch, Stand 2026.

Warum die Preise stärker stiegen als die Inflation

Drei Kostenblöcke bewegten sich gleichzeitig: Lebensmittel, Energie und Personal. In der Gastronomie ist der Personalanteil mit 35 bis 45 Prozent besonders hoch, weshalb jede Anhebung des Mindestlohns unmittelbar durchschlägt. Dazu kommt, dass das Mittagsgeschäft in 90 bis 120 Minuten abläuft und dieselbe Besetzung braucht wie ein längerer Abend, sich also auf weniger Verkäufe verteilt.

Woran ein gutes Angebot zu erkennen ist

An einer kleinen Karte mit zwei bis vier Gerichten, weil das auf frische Zubereitung und geringen Abschreibungsverlust hindeutet. An wechselnden Gerichten über die Woche. An einer klaren Angabe zur Portionsgröße oder Beilage. Und daran, dass Allergene und Zusatzstoffe ausgewiesen sind, was ohnehin vorgeschrieben ist und bei sorgfältigen Betrieben sauber gemacht wird.

Ein Warnzeichen ist eine Mittagskarte mit zwanzig Positionen. Sie lässt sich nur mit Vorprodukten und langer Lagerung darstellen, und das schmeckt man in der Regel.

Was der Preis nicht verrät

Ob frisch gekocht wird, sagt der Preis nicht. Ein Betrieb mit günstiger Miete und eigener Küche kann für 10,50 Euro besser kochen als einer in Toplage für 16 Euro mit Convenience-Ware. Aussagekräftiger sind die Zahl der Gerichte, der Wechsel über die Woche, die Wartezeit und die Frage, ob am Tresen jemand steht, der die Zutaten kennt.

Häufige Fragen

+Was kostet ein Mittagstisch?

9 bis 18 Euro je nach Stadt, Lage und Umfang. Fischgerichte liegen bei 11 bis 22 Euro.

+Wie hoch ist der Wareneinsatz?

25 bis 35 Prozent des Verkaufspreises, bei einem Gericht für 13,50 Euro also 3,40 bis 4,00 Euro.

+Warum sind die Preise so stark gestiegen?

Weil Lebensmittel, Energie und Personal gleichzeitig teurer wurden und der Personalanteil in der Gastronomie 35 bis 45 Prozent beträgt.

+Woran erkenne ich frische Küche?

An einer kleinen, über die Woche wechselnden Karte mit zwei bis vier Gerichten.

+Was verdient ein Lokal daran?

3 bis 8 Prozent vom Umsatz, also 35 bis 90 Cent je Teller.

Quellen

  1. 1Mindestlohngesetz, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
  2. 2Preisindizes, Statistisches Bundesamt, Statistisches Bundesamt (August 2026)

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