Leitungswasser im Restaurant: was ein Lokal verlangen darf

Ein Anspruch auf kostenloses Leitungswasser besteht in Deutschland nicht, doch wenn ein Lokal es berechnet, muss der Preis vorher auf der Karte stehen, und übliche Sätze liegen bei 0,50 bis 2,50 Euro je Glas oder Karaffe.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Preisangabenverordnung verlangt, dass jedes berechnete Getränk mit Preis ausgewiesen ist.
  • Übliche Preise liegen bei 0,50 bis 2,50 Euro je Glas oder 2 bis 5 Euro je Karaffe.
  • Trinkwasser aus der Leitung kostet den Betrieb je Liter etwa 0,2 bis 0,5 Cent.
  • Der Service, also Glas, Spülgang und Bedienung, ist der eigentliche Kostenfaktor.

Die Frage kommt in jedem Sommer wieder, und sie wird meist mit Erwartungen aus dem Urlaub beantwortet. In Deutschland gilt eine einfache Regel: erlaubt ist beides, aber der Preis muss vorher stehen.

Kein Anspruch, aber Transparenzpflicht

Ein Gast kann Leitungswasser verlangen, das Lokal muss es aber weder ausschenken noch kostenlos abgeben. Entscheidet es sich für die Abgabe gegen Entgelt, greift die Preisangabenverordnung: Der Preis muss auf der Karte stehen, einschließlich Steuern, und zwar bevor bestellt wird. Eine Position, die erst auf der Rechnung auftaucht, ist angreifbar.

Postenje LiterBemerkung
Wasser aus der Leitung0,2 bis 0,5 Centje nach Kommune
Abwassergebühr0,2 bis 0,4 Cent
Spülen von Glas und Karaffe3 bis 8 CentWasser, Strom, Spülmittel
Eis und Zitrone5 bis 20 Centoptional
Servicezeit20 bis 60 Centanteilig je Vorgang
Summe30 bis 90 Centohne Marge
Was Leitungswasser den Betrieb kostet.

Warum die Kalkulation nicht am Wasser hängt

Das Wasser selbst ist praktisch kostenlos, ein Liter kostet den Betrieb weniger als einen Cent. Teuer ist alles darum herum: Glas polieren, Karaffe füllen, servieren, abräumen, spülen. Rechnet man Servicezeit anteilig mit, liegen die Vollkosten bei 30 bis 90 Cent je Liter. Ein Preis von 1 bis 2 Euro je Karaffe ist damit kalkulatorisch nachvollziehbar und keine Abzocke.

Was gute Praxis ist

Viele Häuser stellen zu jedem Menü eine Karaffe Wasser kostenlos auf den Tisch und rechnen das in die Speisenkalkulation ein. Das kostet 30 bis 90 Cent je Gast und wirkt stärker als jede Werbemaßnahme in derselben Größenordnung. Andere weisen einen Preis von 1 Euro je Karaffe aus, was ebenfalls sauber ist. Unangenehm wird es nur, wenn 4,50 Euro erst auf der Rechnung erscheinen.

Für Betriebe mit Wasseraufbereitung, also mit Filter- und Sprudelanlage, sieht die Rechnung anders aus: Eine solche Anlage kostet 2.500 bis 9.000 Euro und im Betrieb 3 bis 8 Cent je Liter, dafür entfallen Kistenlogistik und Leergut. Ab etwa 4.000 Litern im Jahr rechnet sich das gegenüber Flaschenware.

Was Gäste wissen sollten

Fragen ist zulässig und üblich, eine Ablehnung ebenfalls. Wer Wasser bestellt, sollte auf die Karte schauen: Steht dort kein Preis, ist die spätere Berechnung angreifbar. Und bei Kindern, älteren Gästen und an heißen Tagen geben die allermeisten Häuser Wasser ohnehin ohne Diskussion aus, weil der gute Eindruck mehr wert ist als 1,50 Euro.

Häufige Fragen

+Muss ein Restaurant Leitungswasser kostenlos abgeben?

Nein. Es gibt keinen Anspruch darauf, weder auf die Abgabe noch auf Kostenfreiheit.

+Darf der Preis erst auf der Rechnung stehen?

Nein. Die Preisangabenverordnung verlangt, dass jedes berechnete Getränk vorher mit Preis ausgewiesen ist.

+Was kostet Leitungswasser üblicherweise?

0,50 bis 2,50 Euro je Glas oder 2 bis 5 Euro je Karaffe, sofern es überhaupt berechnet wird.

+Was kostet es den Betrieb?

Das Wasser weniger als einen Cent je Liter, mit Spülen und Servicezeit zusammen 30 bis 90 Cent.

+Lohnt sich eine eigene Wasseranlage?

Ab etwa 4.000 Litern im Jahr. Die Anlage kostet 2.500 bis 9.000 Euro, der Betrieb 3 bis 8 Cent je Liter.

Quellen

  1. 1Preisangabenverordnung, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
  2. 2Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch, Bundesministerium der Justiz (August 2026)

Passend dazu