Kaminkopf sanieren: was die Arbeit kostet
Das Neuverfugen eines Kaminkopfs kostet 400 bis 900 Euro, eine Verkleidung mit Blech oder Faserzement 900 bis 2.200 Euro, und der Neuaufbau ab Dachhaut 2.000 bis 4.500 Euro, wobei bei jeder Maßnahme das Gerüst mit 400 bis 1.200 Euro hinzukommt.
gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Der Bereich über Dach ist der am stärksten beanspruchte Teil eines Schornsteins.
- Ein durchfeuchteter Kaminkopf zeigt sich innen als Fleck am Schornsteinmauerwerk im Dachgeschoss.
- Die Abdeckplatte muss mindestens 5 Zentimeter überstehen und eine Tropfkante haben.
- Bei neuen Feuerstätten prüft der Bezirksschornsteinfeger Höhe und Querschnitt.
Der Teil des Schornsteins über dem Dach bekommt alles ab: Schlagregen von einer Seite, Frost von oben, Abgase von innen. Deshalb ist er meist das erste Bauteil, das saniert werden muss.
Woran der Schaden zu erkennen ist
Ausgewaschene Fugen, abplatzende Ziegelkanten, Risse in der Abdeckplatte und ein weißlicher Belag aus Salzausblühungen. Im Dachgeschoss zeigt sich ein durchfeuchteter Kaminkopf als dunkler Fleck am Mauerwerk, oft mit Salzrändern. Wer diesen Fleck sieht, hat bereits eine Feuchtebrücke, die auch die angrenzende Dachkonstruktion betrifft.
| Maßnahme | Kosten | Haltbarkeit |
|---|---|---|
| Fugen ausräumen und neu verfugen | 400 bis 900 € | 10 bis 20 Jahre |
| Neue Abdeckplatte | 250 bis 700 € | 25 bis 40 Jahre |
| Verkleidung mit Blech | 900 bis 1.800 € | 30 bis 50 Jahre |
| Verkleidung mit Faserzement | 1.100 bis 2.200 € | 30 bis 50 Jahre |
| Neuaufbau ab Dachhaut | 2.000 bis 4.500 € | über 50 Jahre |
| Rückbau eines Altkamins | 800 bis 2.000 € | dauerhaft |
| Gerüst | 400 bis 1.200 € | je Einsatz |
Der Anschluss ans Dach gehört dazu
Der häufigste Wasserweg ist nicht der Schornstein selbst, sondern die Verwahrung, also der Blechanschluss zwischen Mauerwerk und Deckung. Sie besteht aus einem in die Fuge eingelassenen Anschlussblech und einer darüberliegenden Kappleiste. Ist sie nur mit Silikon geklebt, hält sie 3 bis 8 Jahre. Fachgerecht in die Fuge eingelassen hält sie so lange wie das Blech, also 40 Jahre und mehr. Der Anschluss kostet 250 bis 900 Euro.
Wann sich der Rückbau lohnt
Wird der Schornstein nicht mehr gebraucht, weil auf Wärmepumpe oder Fernwärme umgestellt wurde, ist der Rückbau bis unter die Dachhaut oft die wirtschaftlichste Lösung. Er kostet 800 bis 2.000 Euro einschließlich Schließen der Dachfläche und erspart jede weitere Wartung. Zu bedenken ist, ob im Haus je wieder eine Feuerstätte betrieben werden soll, denn ein neuer Schornstein kostet 4.000 bis 9.000 Euro.
Vor dem Rückbau ist der Bezirksschornsteinfeger einzubeziehen, weil stillgelegte Schornsteine aus dem Kehrbuch genommen werden und die Stilllegung dokumentiert wird.
Die Abdeckplatte ist mehr als Optik
Sie schützt das Mauerwerk vor eindringendem Regen und muss mindestens 5 Zentimeter überstehen sowie eine Tropfkante haben, damit Wasser abtropft statt an der Wand herunterzulaufen. Fehlt der Überstand, saugt sich der Kopf über Jahre voll, und im Winter sprengt der Frost die Fugen. Eine neue Platte für 250 bis 700 Euro ist deshalb oft die wirksamste Einzelmaßnahme.
Häufige Fragen
+Was kostet die Sanierung eines Kaminkopfs?
400 bis 900 Euro fürs Neuverfugen, 900 bis 2.200 Euro für eine Verkleidung, 2.000 bis 4.500 Euro für den Neuaufbau. Gerüst kommt dazu.
+Woran erkenne ich einen Schaden?
An ausgewaschenen Fugen, abplatzenden Kanten, Rissen in der Abdeckplatte und feuchten Flecken am Schornstein im Dachgeschoss.
+Wie lange hält eine Verkleidung?
30 bis 50 Jahre bei Blech oder Faserzement, deutlich länger als eine reine Neuverfugung mit 10 bis 20 Jahren.
+Lohnt sich der Rückbau?
Wenn keine Feuerstätte mehr betrieben wird, ja. Der Rückbau kostet 800 bis 2.000 Euro, ein neuer Schornstein später 4.000 bis 9.000.
+Muss der Schornsteinfeger informiert werden?
Bei Stilllegung und Rückbau ja, weil der Schornstein aus dem Kehrbuch genommen wird.
Quellen
- 1Gebäudeenergiegesetz, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
- 2Paragraf 634a BGB, Verjährung der Mängelansprüche beim Werkvertrag, Bundesministerium der Justiz (August 2026)