Tageskurs beim Goldankauf: wie stark der Preis am Tag schwankt

Der Goldpreis schwankt an einem gewöhnlichen Handelstag um 0,5 bis 1,5 Prozent, in unruhigen Phasen auch um 3 Prozent, weshalb Ankäufer den Kurs zu einem festen Zeitpunkt nehmen und ihn meist für die Dauer des Termins garantieren.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Londoner Referenzpreis wird werktags zweimal festgestellt, um 10:30 und um 15:00 Uhr Ortszeit.
  • Bei 5.000 Euro Materialwert bedeutet ein Prozent Kursbewegung 50 Euro.
  • Viele Häuser rechnen mit dem Kurs des Vortagsschlusses oder einem Sicherheitsabschlag von 0,5 bis 1 Prozent.
  • Über ein Jahr betrachtet liegen zwischen Jahreshoch und Jahrestief regelmäßig 15 bis 30 Prozent.

Zwei Läden, zwei Preise, derselbe Vormittag: das liegt oft weniger an der Marge als daran, mit welchem Kurs gerechnet wird. Wer das versteht, verhandelt gezielter.

Wann der Kurs festgestellt wird

Der Referenzpreis wird an jedem Handelstag zweimal ermittelt, vormittags und nachmittags. Zwischen diesen Punkten handelt der Markt weiter, sodass der Preis ständig in Bewegung ist. Ankäufer brauchen aber eine Zahl, mit der sie kalkulieren können, und wählen dafür einen der beiden Zeitpunkte oder den Schlusskurs des Vortags.

Materialwert0,5 Prozent1,0 Prozent1,5 Prozent3,0 Prozent
500 €2,50 €5,00 €7,50 €15,00 €
1.000 €5,00 €10,00 €15,00 €30,00 €
5.000 €25,00 €50,00 €75,00 €150,00 €
10.000 €50,00 €100,00 €150,00 €300,00 €
25.000 €125,00 €250,00 €375,00 €750,00 €
Was Kursbewegungen in Euro bedeuten, bezogen auf den Materialwert.

Warum Händler mit einem Abschlag rechnen

Zwischen Ankauf im Laden und Weiterverkauf an die Scheideanstalt liegen Stunden bis Tage. In dieser Zeit trägt der Händler das Kursrisiko. Deshalb kalkulieren viele Häuser mit einem Sicherheitsabschlag von 0,5 bis 1 Prozent oder sichern sich am Terminmarkt ab. Wer an einem ruhigen Tag verkauft, zahlt für diese Absicherung weniger.

Lohnt sich Warten auf einen besseren Kurs

Bei kleinen Beständen nicht. 1 Prozent auf 800 Euro sind 8 Euro, und zwei Fahrten in die Stadt kosten mehr. Bei fünfstelligen Beträgen sieht es anders aus: Dort können 3 Prozent Kursbewegung 300 bis 750 Euro ausmachen, und dann lohnt es, den Kursverlauf zwei bis drei Wochen zu beobachten.

Wer verkaufen muss, sollte nicht spekulieren. Der Kurs kann in beide Richtungen laufen, und die Jahresspanne von 15 bis 30 Prozent zeigt, dass die Bewegung nicht vorhersehbar ist.

Welcher Kurs auf der Quittung stehen muss

Der Feingoldkurs in Euro je Gramm mit Datum und Uhrzeit. Nur damit lässt sich der Abschlag berechnen und mit einem zweiten Angebot vergleichen. Ein Haus, das den Kurs nicht nennt, macht die Prüfung unmöglich, und das ist selten Zufall.

Häufige Fragen

+Wie oft wird der Goldpreis festgestellt?

An jedem Handelstag zweimal, vormittags und nachmittags. Dazwischen handelt der Markt fortlaufend weiter.

+Welcher Kurs gilt für meinen Verkauf?

Der Kurs, den das Haus dem Angebot zugrunde legt. Er muss auf der Quittung stehen, sonst ist der Preis nicht nachvollziehbar.

+Kann ich den Kurs vorher festschreiben?

Bei größeren Mengen bieten manche Häuser eine Kurssicherung für 24 bis 48 Stunden an. Bei Kleinmengen ist das unüblich.

+Ist der Preis am Monatsanfang besser?

Nein. Der Kurs folgt keinem Kalendermuster, sondern Zinsen, Wechselkursen und Nachfrage.

+Warum weicht der Ankaufspreis stärker ab als der Kurs?

Weil der Abschlag jedes Hauses dazukommt. Zwischen zwei Läden liegen an einem Tag oft 12 Prozent, während der Kurs sich nur um ein Prozent bewegt hat.

Quellen

  1. 1LBMA Gold Price, Preisdaten und Feststellungsverfahren, London Bullion Market Association (August 2026)
  2. 2Preisindizes, Statistisches Bundesamt, Statistisches Bundesamt (August 2026)

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