Goldfälschung erkennen: fünf Tests und ihre Grenzen
Kein Einzeltest ist sicher, doch die Kombination aus Wägung, Dichtebestimmung und Ultraschall erkennt praktisch alle gängigen Fälschungen, weil Wolfram zwar die Dichte von Gold nachahmt, nicht aber dessen Schallgeschwindigkeit.
gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Gold hat eine Dichte von 19,32 Gramm je Kubikzentimeter, Wolfram mit 19,25 liegt fast gleichauf.
- Die Schallgeschwindigkeit in Gold beträgt rund 3.240 Meter je Sekunde, in Wolfram über 5.100.
- Gold ist nicht magnetisch, ein anziehender Magnet ist deshalb ein sicheres Ausschlusskriterium.
- Die Röntgenfluoreszenz misst nur die obersten 0,02 bis 0,05 Millimeter und übersieht dicke Plattierungen.
Fälschungen sind besser geworden. Die Zeiten, in denen ein Magnet genügte, sind vorbei, und ausgerechnet das teuerste Prüfgerät hat eine bekannte Schwachstelle.
Die fünf gängigen Verfahren
Der Magnettest schließt Eisen und Nickel aus, mehr nicht. Die Dichtebestimmung über Wägung in Luft und Wasser erkennt Blei, Kupfer und Messing zuverlässig, an Wolfram scheitert sie. Der Klangtest erfordert Erfahrung. Der Säuretest ist zerstörend, aber aussagekräftig. Die Röntgenfluoreszenz ist schnell und berührungslos, misst jedoch nur die Oberfläche.
| Verfahren | Dauer | erkennt | Schwäche |
|---|---|---|---|
| Magnet | 5 Sekunden | Eisen, Nickel, Stahlkern | erkennt Wolfram und Blei nicht |
| Dichte in Wasser | 3 bis 5 Minuten | Blei, Kupfer, Messing | Wolfram fast identisch |
| Klangprobe | 10 Sekunden | Hohlräume, Kerne | nur mit Erfahrung |
| Säure auf Prüfstein | 1 Minute | Feingehalt der Oberfläche | zerstört eine kleine Stelle |
| Röntgenfluoreszenz | 10 bis 30 Sekunden | Legierung der Oberfläche | misst nur 0,05 mm tief |
| Ultraschall | 1 Minute | Kerne aus Fremdmetall | Gerät ab 900 € |
Warum Wolfram das Problem ist
Wolfram wiegt mit 19,25 Gramm je Kubikzentimeter fast exakt so viel wie Gold mit 19,32. Ein mit Wolfram gefüllter Barren hat damit das richtige Gewicht bei den richtigen Maßen und besteht Wägung und Dichtemessung. Auffällig wird er erst im Ultraschall, weil Schall in Wolfram mit über 5.100 Metern je Sekunde deutlich schneller läuft als in Gold mit 3.240.
Was zu Hause machbar ist
Magnet, Maßband und Waage. Ein echter Barren zu 100 Gramm misst rund 43 mal 25 mal 3,2 Millimeter. Weicht das Volumen bei korrektem Gewicht ab, stimmt etwas nicht. Bei Münzen helfen Durchmesser und Dicke: Eine Unzenmünze mit 32,7 Millimetern Durchmesser und 2,8 Millimetern Dicke lässt sich mit einer Schieblehre für 12 Euro prüfen.
Der Keramiktest, bei dem man das Stück über unglasierte Keramik zieht, taugt nur zur ersten Orientierung: Gold hinterlässt einen goldenen Strich, Messing einen schwarzen. Eine dicke Vergoldung besteht diesen Test problemlos.
Wie sich Käufer schützen
Barren nur im ungeöffneten Blister mit Seriennummer kaufen, Münzen nur in gängigen Serien, und beides nur bei Händlern mit Rückkaufzusage. Wer bei einem Privatkauf 5 Prozent unter Marktpreis angeboten bekommt, sollte den Test vor der Zahlung machen lassen, nicht danach.
Häufige Fragen
+Ist Gold magnetisch?
Nein. Wird ein Stück von einem starken Magneten angezogen, enthält es Eisen oder Nickel und ist keine reine Goldlegierung.
+Reicht der Dichtetest aus?
Für Blei, Kupfer und Messing ja. Wolfram hat mit 19,25 gegenüber 19,32 Gramm je Kubikzentimeter eine zu ähnliche Dichte.
+Erkennt Röntgenfluoreszenz jede Fälschung?
Nein. Das Verfahren misst nur die obersten Hundertstelmillimeter. Ein Kern aus Fremdmetall unter dickem Goldmantel bleibt unentdeckt.
+Was kostet eine professionelle Prüfung?
Beim Ankauf nichts, weil sie Teil des Angebots ist. Ein unabhängiges Prüfprotokoll kostet 20 bis 60 Euro.
+Woran erkenne ich vergoldete Ware?
An Kürzeln wie GP, HGE oder RGP, an abgeriebenen Kanten mit anderer Farbe und daran, dass die Säureprüfung an einer angesägten Stelle versagt.
Quellen
- 1Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
- 2Mess- und Eichgesetz, Anforderungen an Waagen im geschäftlichen Verkehr, Bundesministerium der Justiz (August 2026)