Punzen auf Gold lesen: welcher Stempel was bedeutet

Die Zahl auf einem Schmuckstück gibt den Feingehalt in Tausendstel an, also 585 für 58,5 Prozent Gold, während Karatangaben wie 14K dasselbe in Vierundzwanzigsteln ausdrücken und Zusatzzeichen wie Halbmond und Krone auf die deutsche Prüfung seit 1888 verweisen.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Tausendstel und Karat lassen sich umrechnen: 24 Karat entsprechen 999, 18 Karat 750, 14 Karat 585, 8 Karat 333.
  • Die Punze steht meist innen am Ring, am Verschluss der Kette oder auf der Rückseite des Anhängers.
  • In Deutschland besteht seit 1884 keine Stempelpflicht, ein Stück ohne Punze kann trotzdem echt sein.
  • Fälscher punzieren mit, weshalb der Stempel nur ein Hinweis ist und die Röntgenprüfung die Entscheidung bringt.

Die Zahlen sind winzig, oft abgerieben und selten dort, wo man sie sucht. Wer weiß, was sie bedeuten, kann den Materialwert eines Stücks in unter einer Minute abschätzen.

Die Zahl ist der Feingehalt in Tausendstel

585 heißt: von 1.000 Gewichtsteilen sind 585 Gold, der Rest ist Kupfer, Silber, Palladium oder Nickel. Die im deutschsprachigen Raum gebräuchlichen Werte sind 333, 375, 585, 750, 900 und 999. Angelsächsische Stücke tragen stattdessen Karat, wobei 24 Karat reinem Gold entsprechen.

PunzeKaratGoldanteilMaterialwert je Gramm
3338 K33,3 Prozent25,70 €
3759 K37,5 Prozent28,94 €
58514 K58,5 Prozent45,14 €
75018 K75,0 Prozent57,87 €
90021,6 K90,0 Prozent69,44 €
99924 K99,9 Prozent77,08 €
Punzen, ihre Bedeutung und der Materialwert je Gramm bei 77,16 Euro Feingoldkurs.

Wo die Punze sitzt

Bei Ringen innen an der Schiene, oft neben dem Meisterzeichen. Bei Ketten und Armbändern auf einem kleinen Plättchen am Verschluss oder auf dem Karabiner selbst. Bei Ohrsteckern auf dem Stift, bei Anhängern auf der Rückseite der Öse. Ist der Stempel abgerieben, hilft eine zehnfache Lupe oder seitlich einfallendes Licht.

Halbmond, Krone und Meisterzeichen

Halbmond und Reichskrone stehen seit dem Feingehaltsgesetz von 1884 für die deutsche Prüfung von Silber, bei Gold ist die Kombination aus Sonne oder Krone mit der Zahl üblich. Daneben findet sich häufig ein Meister- oder Herstellerzeichen aus Buchstaben in einer Kartusche. Diese Zeichen sagen nichts über den Wert, wohl aber über Herkunft und Alter.

Wichtig: In Deutschland gibt es keine Punzierungspflicht. Ein ungestempeltes Stück ist deshalb nicht automatisch unecht, und ein gestempeltes nicht automatisch echt. Wer einen Stempel setzt, muss allerdings den angegebenen Feingehalt einhalten, sonst greift das Feingehaltsgesetz.

Wie geprüft wird, wenn der Stempel fehlt

Die Röntgenfluoreszenz misst die Zusammensetzung berührungslos in 10 bis 30 Sekunden und erkennt auch Plattierungen ab einer gewissen Dicke nicht immer. Deshalb folgt bei Verdacht der Strichtest: Das Stück wird auf einem Prüfstein abgerieben, die Spur mit Säuren verschiedener Konzentration behandelt. Diese Methode hinterlässt eine kleine, sichtbare Stelle.

Häufige Fragen

+Ist Gold ohne Stempel wertlos?

Nein. In Deutschland gibt es keine Stempelpflicht. Ungestempelte Ware wird geprüft und nach gemessenem Feingehalt bezahlt.

+Was bedeutet 14K auf einem Ring?

14 von 24 Teilen Gold, also 58,5 Prozent. Das entspricht der deutschen Punze 585.

+Können Punzen gefälscht sein?

Ja, und das kommt regelmäßig vor. Deshalb prüfen Ankäufer unabhängig vom Stempel mit Röntgen oder Säure.

+Was heißt GP oder HGE auf einem Stück?

Diese Kürzel stehen für vergoldet oder hartvergoldet. Die Goldschicht wiegt Bruchteile eines Gramms und wird nicht vergütet.

+Warum steht bei alten Stücken 8 Karat?

333er Gold war bis in die 1980er Jahre in Deutschland verbreitet. In vielen Ländern gilt es nicht als Gold, weil dort der Mindestgehalt bei 375 liegt.

Quellen

  1. 1Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
  2. 2LBMA Gold Price, Preisdaten und Feststellungsverfahren, London Bullion Market Association (August 2026)

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