Mindestmenge beim Goldankauf: ab wann sich der Weg lohnt

Eine gesetzliche Mindestmenge gibt es nicht, die meisten Häuser kaufen ab einem Gramm an, doch weil Prüfung und Abrechnung feste Kosten verursachen, wird der Weg erst ab etwa fünf Gramm Feingold wirtschaftlich sinnvoll.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Gramm 585er Gold hat 45,14 Euro Materialwert, nach 15 Prozent Abschlag bleiben 38,37 Euro.
  • Viele Häuser staffeln ihre Sätze ab 20, 50 und 100 Gramm mit jeweils 2 bis 4 Prozentpunkten Unterschied.
  • Onlinehäuser setzen häufig eine Mindestsendung von 100 bis 500 Euro Materialwert voraus.
  • Beim Zusammenlegen mehrerer kleiner Posten in einem Termin greift die bessere Staffel.

Ein einzelner Ohrring, dessen Partner seit Jahren fehlt, wiegt vielleicht 1,2 Gramm. Ob sich dafür ein Weg in die Stadt lohnt, ist eine Frage der Rechnung, nicht der Höflichkeit.

Die Fixkosten je Vorgang

Prüfung, Wägung, Beleg und Kassenbuchung kosten den Händler pro Kunde etwa gleich viel, ob 1 oder 100 Gramm auf der Waage liegen. Diese Kosten liegen bei 8 bis 15 Euro. Bei einem Posten mit 45 Euro Materialwert sind das bis zu einem Drittel, bei 4.500 Euro sind es 0,3 Prozent. Genau daraus entstehen die gestaffelten Ankaufssätze.

MengeMaterialwertüblicher AbschlagAuszahlung
1 g45,14 €18 Prozent37,01 €
5 g225,70 €15 Prozent191,85 €
20 g902,80 €12 Prozent794,46 €
50 g2.257,00 €10 Prozent2.031,30 €
100 g4.514,00 €8 Prozent4.152,88 €
250 g11.285,00 €6 Prozent10.607,90 €
Was kleine Posten bringen, 585er Gold bei 45,14 Euro Materialwert je Gramm.

Wie sich die Staffel nutzen lässt

Alle Posten in einem Termin abgeben statt über Monate verteilt. Wer dreimal 20 Gramm bringt, bekommt dreimal den Satz für 20 Gramm. Wer einmal 60 Gramm bringt, erreicht die nächste Stufe und damit oft 2 bis 3 Prozentpunkte mehr. Bei 60 Gramm sind das 54 bis 81 Euro.

Wann sich der Weg trotzdem lohnt

Wenn ohnehin ein Termin in der Innenstadt ansteht, wenn mehrere Haushalte ihre Posten zusammenlegen oder wenn unter den kleinen Stücken etwas mit Sammlerwert ist. Ein einzelner Ohrring bringt 40 Euro, eine Schachtel mit angesammelten Einzelteilen aus zwanzig Jahren oft 400.

Nicht lohnend ist der Versand kleiner Posten. Bei 5 Gramm liegt der Preisvorteil online bei etwa 7 Euro, versicherter Versand kostet mehr. Unter 20 Gramm ist der Laden fast immer die bessere Wahl.

Was Häuser ablehnen dürfen

Ein Ankauf ist ein freiwilliges Geschäft, niemand muss kaufen. Manche Häuser lehnen Posten unter 3 Gramm ab, andere versilberte Ware oder Uhren mit Werk. Ein Anruf vorab spart den Weg, und dabei lässt sich gleich der Tageskurs erfragen.

Häufige Fragen

+Gibt es eine gesetzliche Mindestmenge?

Nein. Jedes Haus entscheidet selbst, viele kaufen ab einem Gramm, manche erst ab 3 oder 5 Gramm.

+Lohnt sich der Verkauf eines einzelnen Rings?

Bei 4 bis 5 Gramm liegt die Auszahlung um 150 bis 190 Euro, das trägt den Weg. Bei einem Gramm eher nicht.

+Bekomme ich für mehr Gold einen besseren Satz?

Ja. Übliche Stufen liegen bei 20, 50 und 100 Gramm mit jeweils 2 bis 4 Prozentpunkten Unterschied.

+Kann ich mehrere Posten zusammenlegen?

Ja, und das ist der einfachste Hebel. Ein Termin mit 60 Gramm bringt mehr als drei Termine mit je 20 Gramm.

+Nimmt ein Ankäufer auch einzelne Zähne mit Gold?

Ja, Zahngold wird nach Feingehalt bewertet. Üblich sind 60 bis 75 Prozent Goldanteil, der Rest ist Palladium und Silber.

Quellen

  1. 1Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
  2. 2LBMA Gold Price, Preisdaten und Feststellungsverfahren, London Bullion Market Association (August 2026)

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