Gold einschmelzen lassen: was der Vorgang kostet

Das Einschmelzen und Trennen kostet bei einer Scheideanstalt zusammen 2 bis 5 Prozent des Materialwerts, dazu kommen 1 bis 2 Prozent Abbrand, weshalb sich der direkte Weg erst ab etwa 500 Gramm Altgold gegenüber dem Verkauf an einen Ankäufer rechnet.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Analyse und Probenahme kosten je Posten pauschal 25 bis 80 Euro, unabhängig von der Menge.
  • Die Scheidegebühr liegt bei 1 bis 3 Prozent des enthaltenen Feingoldwerts.
  • Beim Schmelzen gehen 1 bis 2 Prozent des Metalls als Abbrand und Tiegelrückstand verloren.
  • Viele Scheideanstalten nehmen erst ab 100 oder 500 Gramm Einsatzgewicht an.

Der Gedanke liegt nahe: Wenn der Händler nur die Zwischenstation ist, geht man eben direkt zur Quelle. Das funktioniert, aber erst ab einer Menge, die die meisten Haushalte nicht erreichen.

Was in der Scheideanstalt passiert

Zuerst wird der Posten eingeschmolzen und homogenisiert, damit eine repräsentative Probe entnommen werden kann. Diese Probe wird analysiert, meist per Dokimasie oder Emissionsspektrometrie. Erst danach steht der tatsächliche Feingehalt fest. Anschließend wird das Metall elektrolytisch oder chemisch getrennt, und der Kunde bekommt entweder Feingold zurück oder den Gegenwert ausgezahlt.

PostenHöheBemerkung
Annahme und Probenahme25 bis 80 € je Postenunabhängig von der Menge
Analyse20 bis 60 € je Probeje nach Verfahren
Scheidegebühr1 bis 3 Prozentvom Feingoldwert
Abbrand1 bis 2 Prozentphysikalischer Verlust
Rücklieferung als Barren15 bis 50 €optional
Mindestmenge100 bis 500 gje nach Haus
Kostenposten bei der Scheidung, Anhaltswerte für Privatkunden.

Die Rechnung gegen den Ankauf

Bei 200 Gramm 585er Gold liegt der Materialwert bei 9.027,72 Euro. Ein Ankäufer mit 10 Prozent Abschlag zahlt 8.124,95 Euro. Über die Scheideanstalt fallen etwa 3 Prozent Gebühren, 1,5 Prozent Abbrand und 100 Euro Fixkosten an, macht 8.620 Euro. Der Vorteil von rund 495 Euro kostet allerdings vier bis sechs Wochen Wartezeit und Versand auf eigenes Risiko.

Wo die Grenze liegt

Unter 100 Gramm zahlt man die Fixkosten von 50 bis 140 Euro auf einen kleinen Materialwert, damit ist der Ankauf immer günstiger. Zwischen 100 und 500 Gramm liegen beide Wege dicht beieinander. Ab 500 Gramm wird die Scheidung deutlich attraktiver, vorausgesetzt, man kann warten.

Wichtig ist die Vorsortierung. Ein Posten mit gemischten Legierungen von 333 bis 750 wird nach der Analyse als Durchschnitt bewertet. Wer 333er und 750er getrennt einliefert, bekommt für beides den zutreffenden Wert und vermeidet Diskussionen.

Was privat nicht geht

Selbst einschmelzen bringt nichts. Der Schmelzklumpen aus gemischtem Altgold hat keinen definierten Feingehalt, ist schlechter prüfbar als das gestempelte Ausgangsstück und wird von Ankäufern deshalb mit einem zusätzlichen Sicherheitsabschlag bewertet. Der Aufwand verschlechtert das Ergebnis.

Häufige Fragen

+Kann ich Gold selbst einschmelzen?

Technisch ja, wirtschaftlich nein. Ein Klumpen ohne definierten Feingehalt wird schlechter bewertet als gestempelte Ware, weil die Prüfung aufwendiger wird.

+Ab welcher Menge lohnt die Scheideanstalt?

Ab etwa 500 Gramm Altgold. Darunter fressen Fixkosten von 50 bis 140 Euro den Vorteil gegenüber dem Ankauf auf.

+Wie lange dauert die Scheidung?

Üblich sind vier bis sechs Wochen von der Anlieferung bis zur Abrechnung, bei Rücklieferung als Barren auch länger.

+Bekomme ich mein eigenes Gold zurück?

Nein, das Metall wird zusammen verarbeitet. Zurück kommt entweder Feingold gleicher Menge oder der Gegenwert in Euro.

+Muss ich Steine vorher entfernen?

Ja. Steine überstehen den Prozess meist nicht und werden nicht vergütet. Wertvolle Steine gehören vor der Einlieferung ausgefasst.

Quellen

  1. 1Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
  2. 2LBMA Gold Price, Preisdaten und Feststellungsverfahren, London Bullion Market Association (August 2026)

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