Teppichreinigung: Sprüh, Shampoo oder Nass im Vergleich
Sprühextraktion reinigt am gründlichsten und braucht 4 bis 12 Stunden Trocknung, Kapselreinigung ist nach 30 bis 60 Minuten wieder begehbar und Shampoonieren liegt dazwischen, weshalb die Wahl vor allem von der verfügbaren Ausfallzeit abhängt.
gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Sprühextraktion kostet 2,50 bis 6 Euro je Quadratmeter, Kapselreinigung 1,20 bis 3 Euro.
- Die Leistung liegt bei 40 bis 120 Quadratmetern je Stunde, je nach Verfahren.
- Zu viel Wasser in Teppichboden mit Textilrücken führt zu Schrumpfung und Wellen.
- Ohne gründliches Saugen vorher bringt jedes Nassverfahren deutlich weniger.
Teppich speichert Schmutz, das ist seine Eigenschaft und sein Problem. Welches Verfahren passt, entscheidet weniger die Verschmutzung als die Frage, wie lange die Fläche ausfallen darf.
Vier Verfahren
Sprühextraktion arbeitet mit Wasser und Reiniger unter Druck, der sofort wieder abgesaugt wird. Sie reinigt am tiefsten. Shampoonieren bürstet einen Schaum ein, der nach dem Trocknen mit dem Schmutz ausgesaugt wird. Die Kapselreinigung bindet Schmutz in Kristalle, die nach 30 bis 60 Minuten abgesaugt werden. Das Padverfahren nimmt oberflächlichen Schmutz mit rotierenden Pads auf und eignet sich für Zwischenreinigungen.
| Verfahren | Tiefenwirkung | Trocknung | Kosten je m² | Leistung je Stunde |
|---|---|---|---|---|
| Sprühextraktion | hoch | 4 bis 12 Stunden | 2,50 bis 6 € | 40 bis 80 m² |
| Shampoonieren | mittel bis hoch | 2 bis 6 Stunden | 2 bis 4,50 € | 50 bis 100 m² |
| Kapselreinigung | mittel | 30 bis 60 Minuten | 1,20 bis 3 € | 80 bis 150 m² |
| Padverfahren | gering | 20 bis 40 Minuten | 0,90 bis 2 € | 100 bis 200 m² |
| Trockenpulver | gering bis mittel | sofort | 1,50 bis 3,50 € | 80 bis 140 m² |
Warum die Vorarbeit entscheidet
Bis zu drei Viertel des Schmutzes in einem Teppich ist trockener, mineralischer Staub. Er lässt sich mit dem Sauger entfernen, nicht mit Wasser. Wird zu wenig gesaugt, verteilt jedes Nassverfahren diesen Staub im Flor und bindet ihn dort. Deshalb gehört zu jeder Teppichreinigung ein gründliches Vorsaugen mit Bürstwalze, das allein 20 bis 30 Prozent der Gesamtzeit ausmacht.
Was zu viel Wasser anrichtet
Teppichboden mit Jutrücken oder textiler Rückenbeschichtung schrumpft, wenn er durchfeuchtet wird. Die Folge sind Wellen, offene Nähte und Ablösungen vom Untergrund. Auch der Kleber kann sich lösen. Deshalb wird bei geklebten Bahnenware zurückhaltend gearbeitet und der Wasserauftrag begrenzt. Im Zweifel ist die Kapselreinigung die sichere Wahl, weil sie mit sehr wenig Feuchtigkeit auskommt.
Ein weiteres Risiko ist das Durchschlagen von Verschmutzungen aus tieferen Schichten. Nach einer Nassreinigung tauchen manchmal alte Flecken wieder auf, weil Feuchtigkeit sie nach oben transportiert. Das lässt sich durch schnelle Trocknung mit Gebläse begrenzen.
Der sinnvolle Rhythmus
Täglich saugen in stark begangenen Bereichen, zweimal wöchentlich sonst. Eine Zwischenreinigung mit Kapsel oder Pad alle 3 bis 6 Monate. Eine Grundreinigung mit Sprühextraktion einmal jährlich, in Eingangsbereichen halbjährlich. Wer diesen Rhythmus einhält, verlängert die Nutzungsdauer eines Teppichbodens um mehrere Jahre, was bei 25 bis 60 Euro je Quadratmeter Neubelag eine erhebliche Summe ist.
Häufige Fragen
+Welches Verfahren reinigt am gründlichsten?
Die Sprühextraktion. Sie braucht dafür 4 bis 12 Stunden Trocknung und kostet 2,50 bis 6 Euro je Quadratmeter.
+Was ist am schnellsten wieder begehbar?
Die Kapselreinigung nach 30 bis 60 Minuten, das Padverfahren nach 20 bis 40 Minuten.
+Warum ist Vorsaugen so wichtig?
Weil bis zu drei Viertel des Schmutzes trockener Staub ist, den Wasser nicht entfernt, sondern im Flor bindet.
+Kann zu viel Wasser schaden?
Ja. Textile Rücken schrumpfen, es entstehen Wellen und offene Nähte, und Kleber kann sich lösen.
+Wie oft sollte gereinigt werden?
Zwischenreinigung alle 3 bis 6 Monate, Grundreinigung jährlich, in Eingangsbereichen halbjährlich.
Quellen
- 1Umweltbundesamt, Umweltbundesamt (August 2026)
- 2Mindestlohngesetz, Bundesministerium der Justiz (August 2026)