Labordiamant oder Naturstein: Preis und Wiederverkauf

Labordiamanten sind chemisch und optisch identisch mit natürlichen und kosten bei gleicher Qualität 60 bis 90 Prozent weniger, verlieren beim Wiederverkauf aber deutlich stärker, weil die Herstellungskosten weiter sinken und kein Knappheitswert dahintersteht.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Verfahren dominieren: Hochdruck-Hochtemperatur und die Abscheidung aus der Gasphase.
  • Ein Labordiamant von 1,00 Karat in G/VS1 kostet 700 bis 1.500 Euro, ein natürlicher 4.500 bis 8.000 Euro.
  • Die Härte liegt bei beiden bei 10 auf der Mohsskala, die Lichtbrechung bei 2,417.
  • Beim Wiederverkauf erzielen Labordiamanten häufig unter 20 Prozent des Kaufpreises.

Der Unterschied ist nicht die Qualität und auch nicht das Aussehen. Er liegt in der Entstehung und in der Frage, was der Stein in zehn Jahren noch wert ist.

Wie ein Labordiamant entsteht

Beim Hochdruckverfahren wird Kohlenstoff bei etwa 1.500 Grad und 5 bis 6 Gigapascal Druck kristallisiert, also unter Bedingungen, wie sie im Erdmantel herrschen. Beim Gasphasenverfahren wächst der Kristall bei niedrigerem Druck aus einem Methan-Wasserstoff-Gemisch auf einem Impfkristall. Beide Wege liefern echten Diamanten mit der Härte 10 und einer Lichtbrechung von 2,417.

MerkmalLabordiamantNaturdiamant
Kaufpreis700 bis 1.500 €4.500 bis 8.000 €
Härte nach Mohs1010
Lichtbrechung2,4172,417
Unterscheidbar mit dem Augeneinnein
Wiederverkauf nach 5 Jahrenunter 20 Prozent30 bis 50 Prozent
Zertifikatspflicht zur Kennzeichnungjaja
Labordiamant und Naturstein im Vergleich, jeweils 1,00 Karat in G/VS1 mit sehr gutem Schliff.

Warum der Wiederverkauf so unterschiedlich ausfällt

Der Preis eines Labordiamanten folgt den Herstellungskosten, und die sinken mit jeder neuen Anlage. Ein Stein, der heute 1.200 Euro kostet, kann in fünf Jahren neu für 600 Euro zu haben sein. Der Gebrauchtwert richtet sich am Neupreis aus und fällt entsprechend mit. Bei Natursteinen ist das Angebot begrenzt, weshalb der Rückgang flacher verläuft.

Woran sich beide unterscheiden lassen

Mit bloßem Auge und mit der Juwelierlupe gar nicht. Labore nutzen Spektroskopie und die Untersuchung im kurzwelligen UV-Licht, weil synthetische Steine andere Wachstumsstrukturen und Fluoreszenzmuster zeigen. Zusätzlich tragen die meisten Labordiamanten eine Laserinschrift auf der Rundiste, die mit zehnfacher Vergrößerung lesbar ist.

Beim Kauf ist die Kennzeichnung Pflicht. Ein Stein, der ohne Angabe der Herkunft angeboten wird, sollte vor der Zahlung geprüft werden, denn die Preisdifferenz von mehreren tausend Euro macht Täuschung lohnend.

Für wen sich was eignet

Wer optische Größe zum kleinen Budget sucht, bekommt für 1.500 Euro einen Labordiamanten von 1,50 Karat statt eines natürlichen von 0,40 Karat. Wer den Stein als Wertaufbewahrung versteht oder in der Familie weitergeben will, ist beim Naturstein besser aufgehoben. Beides ist eine legitime Entscheidung, solange sie mit offenen Karten getroffen wird.

Häufige Fragen

+Ist ein Labordiamant ein echter Diamant?

Ja. Er besteht aus reinem Kohlenstoff im selben Kristallgitter, hat die Härte 10 und dieselbe Lichtbrechung von 2,417.

+Wie viel günstiger ist er?

Bei gleicher Qualität 60 bis 90 Prozent. Ein Karat in G/VS1 kostet 700 bis 1.500 Euro statt 4.500 bis 8.000.

+Behält er seinen Wert?

Schlechter als ein Naturstein. Weil die Produktionskosten sinken, liegt der Wiederverkauf nach fünf Jahren oft unter 20 Prozent des Kaufpreises.

+Muss die Herkunft angegeben werden?

Ja. Die Kennzeichnung ist Pflicht und steht im Zertifikat, meist zusätzlich als Laserinschrift auf der Rundiste.

+Kann ein Juwelier den Unterschied sehen?

Mit der Lupe nicht. Nötig sind Spektroskopie und UV-Untersuchung im Labor, was 60 bis 150 Euro kostet.

Quellen

  1. 1Diamond Quality Factors, 4C, Gemological Institute of America (August 2026)
  2. 2Paragraf 5 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, irreführende geschäftliche Handlungen, Bundesministerium der Justiz (August 2026)

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