Ladeverlust und Reichweite: was auf der Rechnung ankommt

Zwischen dem Zähler und der Batterie gehen je nach Ladeleistung 8 bis 20 Prozent der Energie verloren, weshalb der tatsächliche Verbrauch eines Elektroautos deutlich über dem liegt, den das Bordinstrument anzeigt.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • An der Haushaltssteckdose mit 2,3 Kilowatt liegt der Ladeverlust bei 15 bis 20 Prozent.
  • An einer Wallbox mit 11 Kilowatt sinkt er auf 8 bis 12 Prozent.
  • Bei 15.000 Kilometern im Jahr und 18 Kilowattstunden Verbrauch je 100 Kilometer bedeuten 12 Prozent Verlust rund 324 Kilowattstunden zusätzlich.
  • Kälte kostet zusätzlich 15 bis 30 Prozent Reichweite, weil Heizung und Batterievorkonditionierung Energie brauchen.

Das Bordinstrument zeigt, was aus der Batterie kommt. Die Stromrechnung zeigt, was hineingegangen ist. Zwischen beiden Zahlen liegt ein Betrag, den viele Rechnungen unterschlagen.

Woher der Verlust kommt

Das Bordladegerät wandelt Wechsel- in Gleichstrom, dabei entsteht Wärme. Die Batteriekonditionierung hält die Zellen auf Temperatur. Und die Fahrzeugelektronik bleibt während des Ladens wach. Diese Grundlast von 200 bis 500 Watt fällt bei langsamem Laden stärker ins Gewicht, weil sie länger anliegt. Deshalb ist Laden mit hoher Leistung effizienter als mit niedriger.

LadeartLeistungVerlustZeit für 50 kWh
Haushaltssteckdose2,3 kW15 bis 20 Prozent24 bis 26 Stunden
Wallbox einphasig3,7 kW12 bis 16 Prozent15 bis 16 Stunden
Wallbox dreiphasig11 kW8 bis 12 Prozent5 bis 6 Stunden
Wallbox dreiphasig22 kW8 bis 10 Prozent2,5 bis 3 Stunden
Gleichstrom-Schnelllader50 bis 150 kW5 bis 10 Prozent25 bis 60 Minuten
Ladeverluste nach Ladeart.

Was das im Jahr kostet

Ein Fahrzeug mit 18 Kilowattstunden Verbrauch je 100 Kilometer braucht bei 15.000 Kilometern 2.700 Kilowattstunden ab Batterie. Bei 12 Prozent Ladeverlust sind es ab Zähler 3.068 Kilowattstunden, also 368 mehr. Bei 32 Cent je Kilowattstunde macht das 118 Euro im Jahr. An der Haushaltssteckdose mit 18 Prozent Verlust wären es 594 Kilowattstunden und 190 Euro.

Kälte ist der zweite Faktor

Im Winter sinkt die Reichweite um 15 bis 30 Prozent. Der größte Anteil geht an die Innenraumheizung, die anders als beim Verbrenner keine Abwärme nutzen kann. Dazu kommt die Batterievorkonditionierung vor dem Schnellladen und der höhere Rollwiderstand kalter Reifen. Ein Fahrzeug mit 400 Kilometern Normreichweite schafft im Januar realistisch 280 bis 340.

Vorheizen am Ladepunkt hilft doppelt: Der Innenraum ist warm, die Batterie auf Temperatur, und die Energie kommt aus dem Netz statt aus der Batterie. Das spart 5 bis 15 Kilometer Reichweite je Fahrt.

Was sich beeinflussen lässt

Möglichst mit 11 Kilowatt statt an der Haushaltssteckdose laden. Ladevorgänge bündeln statt täglich kleine Mengen nachzuladen, weil die Grundlast je Vorgang anfällt. Wärmepumpe statt Widerstandsheizung wählen, sofern verfügbar, was im Winter 10 bis 20 Prozent Reichweite spart. Und die Ladeleistung nicht künstlich drosseln, weil das die Ladedauer verlängert und damit die Verluste erhöht.

Häufige Fragen

+Wie hoch ist der Ladeverlust?

8 bis 12 Prozent an einer 11-Kilowatt-Wallbox, 15 bis 20 Prozent an der Haushaltssteckdose.

+Warum verliert langsames Laden mehr?

Weil die Grundlast der Fahrzeugelektronik von 200 bis 500 Watt über die längere Ladedauer anliegt.

+Was kostet das im Jahr?

Bei 15.000 Kilometern und 32 Cent je Kilowattstunde 118 Euro an der Wallbox und rund 190 Euro an der Steckdose.

+Wie stark wirkt Kälte?

15 bis 30 Prozent weniger Reichweite. Ein Fahrzeug mit 400 Kilometern Norm schafft im Januar realistisch 280 bis 340.

+Hilft Vorheizen am Kabel?

Ja, doppelt: Der Strom kommt aus dem Netz statt aus der Batterie, was 5 bis 15 Kilometer Reichweite je Fahrt spart.

Quellen

  1. 1Umweltbundesamt, Umweltbundesamt (August 2026)
  2. 2Fahrzeugstatistik, Kraftfahrt-Bundesamt (August 2026)

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