Diesel oder Benziner: ab welcher Laufleistung sich was rechnet
Ein Diesel rechnet sich gegenüber einem vergleichbaren Benziner ab etwa 20.000 bis 25.000 Kilometern im Jahr, weil der Mehrpreis von 2.000 bis 3.500 Euro und die höhere Kfz-Steuer erst durch den geringeren Verbrauch ausgeglichen werden.
gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Die Kfz-Steuer für Diesel liegt bei 9,50 Euro je 100 Kubikzentimeter Hubraum, für Benziner bei 2 Euro.
- Ein Diesel verbraucht typischerweise 15 bis 25 Prozent weniger Kraftstoff auf 100 Kilometer.
- Der Anschaffungsaufpreis beträgt je nach Modell 2.000 bis 3.500 Euro.
- Dieselpartikelfilter und Abgasnachbehandlung verursachen Wartungskosten, die Benziner nicht haben.
Die Frage lässt sich rechnen, und die Antwort hängt an einer einzigen Größe: der Jahresfahrleistung. Alles andere sind Randbedingungen.
Die Rechnung
Ein Mittelklassefahrzeug mit 2,0 Litern Hubraum: Der Diesel kostet 2.800 Euro mehr, zahlt 190 Euro Kfz-Steuer im Jahr statt 40 und verbraucht 5,4 statt 7,0 Liter. Bei 1,75 Euro je Liter Diesel und 1,85 Euro je Liter Benzin kostet der Diesel 9,45 Euro je 100 Kilometer, der Benziner 12,95 Euro. Der Vorteil beträgt 3,50 Euro je 100 Kilometer, abzüglich 150 Euro Steuernachteil im Jahr.
| Jahresfahrleistung | Kraftstoff Diesel | Kraftstoff Benziner | Vorteil Diesel nach Steuer |
|---|---|---|---|
| 10.000 km | 945 € | 1.295 € | 200 € |
| 15.000 km | 1.418 € | 1.943 € | 375 € |
| 20.000 km | 1.890 € | 2.590 € | 550 € |
| 25.000 km | 2.363 € | 3.238 € | 725 € |
| 30.000 km | 2.835 € | 3.885 € | 900 € |
| 40.000 km | 3.780 € | 5.180 € | 1.250 € |
Wann sich der Aufpreis amortisiert
Bei 2.800 Euro Aufpreis und einem Vorteil von 550 Euro im Jahr dauert es rund fünf Jahre bei 20.000 Kilometern. Bei 30.000 Kilometern verkürzt sich die Zeit auf gut drei Jahre, bei 10.000 Kilometern verlängert sie sich auf vierzehn und ist damit praktisch bedeutungslos. Deshalb liegt die Schwelle bei 20.000 bis 25.000 Kilometern im Jahr, vorausgesetzt, das Fahrzeug wird entsprechend lange gehalten.
Was in der Rechnung oft fehlt
Der Dieselpartikelfilter braucht Regenerationsfahrten, und wer überwiegend Kurzstrecke fährt, riskiert Verstopfung mit Reinigungskosten von 400 bis 900 Euro oder einem Austausch für 1.200 bis 2.500 Euro. Die Abgasnachbehandlung verlangt Harnstofflösung, etwa 1 bis 2 Liter je 1.000 Kilometer für 0,80 bis 1,50 Euro je Liter. Auf der anderen Seite liegt der Wiederverkaufswert von Dieseln bei hoher Laufleistung meist über dem von Benzinern.
Ebenfalls zu bedenken sind Fahrverbote in einzelnen Innenstädten, die bislang ältere Diesel betreffen. Wer ein Fahrzeug zehn Jahre halten will, sollte die Abgasnorm im Blick behalten.
Die dritte Option
Bei Fahrleistungen unter 15.000 Kilometern und überwiegend städtischem Betrieb ist ein Elektrofahrzeug oder ein Vollhybrid häufig die bessere Antwort als beide Verbrenner. Der Verbrauchsvorteil des Diesels entfaltet sich vor allem auf der Langstrecke, während er im Stadtverkehr durch Kaltlaufphasen und Partikelfilterprobleme aufgezehrt wird.
Häufige Fragen
+Ab wann lohnt sich ein Diesel?
Ab etwa 20.000 bis 25.000 Kilometern im Jahr, wenn das Fahrzeug mindestens vier bis fünf Jahre gehalten wird.
+Wie hoch ist die Kfz-Steuer?
9,50 Euro je 100 Kubikzentimeter beim Diesel gegenüber 2 Euro beim Benziner, dazu der CO2-Anteil.
+Wie viel spart ein Diesel beim Verbrauch?
15 bis 25 Prozent. Bei einem Mittelklassefahrzeug sind das rund 3,50 Euro je 100 Kilometer.
+Ist ein Diesel bei Kurzstrecke sinnvoll?
Nein. Der Partikelfilter braucht Regenerationsfahrten, sonst drohen Reinigungskosten von 400 bis 900 Euro.
+Was ist mit Fahrverboten?
Sie betreffen bislang ältere Abgasnormen. Wer lange halten will, sollte die Norm des Fahrzeugs prüfen.
Quellen
- 1Fahrzeugstatistik, Kraftfahrt-Bundesamt (August 2026)
- 2Umweltbundesamt, Umweltbundesamt (August 2026)