Dachfenster oder Gaube: Kosten, Genehmigung, Gewinn an Raum

Ein Dachfenster kostet 1.200 bis 3.000 Euro und bringt mehr Licht je Euro, eine Gaube kostet 9.000 bis 25.000 Euro, schafft dafür aber Stehhöhe und damit nutzbare Wohnfläche, und sie ist fast immer genehmigungspflichtig.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein liegendes Dachfenster lässt bei gleicher Fläche etwa 30 bis 50 Prozent mehr Licht ein als ein senkrechtes Gaubenfenster.
  • Eine Schleppgaube von 3 Metern Breite kostet 9.000 bis 16.000 Euro, eine Giebelgaube 12.000 bis 25.000 Euro.
  • Gauben sind fast immer genehmigungspflichtig und unterliegen Abstands- und Gestaltungsvorgaben.
  • Eine Gaube von 3 Metern Breite schafft etwa 6 bis 9 Quadratmeter Fläche mit Stehhöhe.

Beide bringen Licht ins Dachgeschoss. Nur eines von beiden bringt auch Raum, und der Preisunterschied entspricht genau diesem Unterschied.

Licht je Euro

Ein liegendes Dachfenster sieht den Himmel direkt und lässt deshalb bei gleicher Glasfläche 30 bis 50 Prozent mehr Licht herein als ein senkrechtes Fenster in einer Gaube. Zwei Standardfenster mit zusammen 1,8 Quadratmetern Glasfläche kosten 2.400 bis 5.000 Euro und beleuchten einen 20 Quadratmeter großen Raum ausreichend. Eine Gaube mit derselben Glasfläche kostet das Fünffache.

MerkmalDachfensterSchleppgaube 3 mGiebelgaube 3 m
Kosten1.200 bis 3.000 €9.000 bis 16.000 €12.000 bis 25.000 €
Bauzeit1 Tag2 bis 4 Wochen3 bis 5 Wochen
Genehmigungmeist freifast immer nötigfast immer nötig
Gewinn an Stehhöhekeiner6 bis 9 m²5 bis 8 m²
Lichtausbeute je m² Glashochmittelmittel
Wärmeverlustgeringhöher, mehr Hüllflächehöher
Sommerliche Aufheizunghoch ohne Außenrollladengeringergeringer
Dachfenster und Gaube im Vergleich.

Die Genehmigungsfrage

Eine Gaube verändert die äußere Gestalt des Gebäudes und ist damit in aller Regel genehmigungspflichtig. Geprüft werden Abstand zum Ortgang, Breite im Verhältnis zur Dachfläche, Höhe, Dachform der Gaube und häufig auch die Materialwahl. Viele Bebauungspläne begrenzen die Summe aller Gaubenbreiten auf etwa die Hälfte der Gebäudebreite. Die Planung durch einen Architekten kostet 1.500 bis 4.000 Euro und gehört einkalkuliert.

Wann die Gaube ihr Geld wert ist

Wenn der Raum sonst nicht nutzbar ist. Bei einer Dachneigung von 40 Grad beginnt die Stehhöhe von 2 Metern erst 2,4 Meter von der Traufe entfernt. Eine Gaube schiebt diese Grenze nach außen und schafft 6 bis 9 Quadratmeter zusätzlich nutzbare Fläche. Bei einem Wohnwert von 2.500 Euro je Quadratmeter entspricht das einem Gegenwert von 15.000 bis 22.500 Euro, womit sich die Investition rechnerisch trägt.

Wenn dagegen nur Licht fehlt und die Stehhöhe ohnehin reicht, ist das Dachfenster die klar wirtschaftlichere Lösung. Zwei Fenster kosten weniger als ein Fünftel und sind an einem Tag eingebaut.

Was oft übersehen wird

Eine Gaube vergrößert die wärmeübertragende Hüllfläche um 8 bis 15 Quadratmeter, was den Heizbedarf erhöht, wenn nicht sorgfältig gedämmt wird. Zudem hat sie mehr Anschlüsse: Wangen, Kehlen, Dachfläche und Fensterbank. Jeder Anschluss ist eine mögliche Schwachstelle. Deshalb sind die Ausführungsqualität und ein sauber verwahrter Kehlbereich hier wichtiger als bei jedem anderen Bauteil am Dach.

Häufige Fragen

+Was kostet eine Gaube?

9.000 bis 16.000 Euro für eine Schleppgaube von 3 Metern, 12.000 bis 25.000 Euro für eine Giebelgaube. Planung kommt dazu.

+Brauche ich eine Genehmigung?

Für eine Gaube fast immer, für ein liegendes Dachfenster meist nicht, sofern die Dachform unverändert bleibt.

+Was bringt mehr Licht?

Das Dachfenster. Bei gleicher Glasfläche lässt es 30 bis 50 Prozent mehr Licht ein, weil es direkt zum Himmel zeigt.

+Wie viel Fläche gewinne ich?

Eine Gaube von 3 Metern Breite schafft 6 bis 9 Quadratmeter mit Stehhöhe über 2 Metern.

+Wie lange dauert der Einbau?

Ein Dachfenster einen Tag, eine Gaube 2 bis 5 Wochen einschließlich Genehmigungsverfahren im Vorfeld.

Quellen

  1. 1Gebäudeenergiegesetz, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
  2. 2Sanierung der Gebäudehülle, Förderbedingungen, Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (August 2026)

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