Brillant oder Diamant: der Unterschied im Wortsinn
Diamant bezeichnet das Material, Brillant dagegen eine bestimmte Schliffform mit mindestens 32 Facetten in der Krone, 24 im Unterteil und einer runden Rundiste, weshalb jeder Brillant ein Diamant ist, aber längst nicht jeder Diamant ein Brillant.
gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Der Vollschliff hat 57 Facetten, mit Kalette 58.
- Die Bezeichnung Brillant darf ohne Zusatz nur für Diamanten in dieser Schliffform verwendet werden.
- Rund geschliffene Steine verlieren beim Schleifen 50 bis 60 Prozent des Rohgewichts, Fantasieformen weniger.
- Ein Brillant von 1,00 Karat misst rund 6,5 Millimeter im Durchmesser.
Die beiden Wörter werden im Alltag beliebig getauscht. In der Werkstatt und auf dem Zertifikat bedeuten sie zwei verschiedene Dinge, und der Unterschied kostet Geld.
Material gegen Schliff
Diamant ist kristallisierter Kohlenstoff, das härteste bekannte natürliche Material mit Härte 10. Brillant beschreibt, wie dieser Kohlenstoff geschliffen wurde: rund, mit 32 Facetten oberhalb und 24 unterhalb der Rundiste plus Tafel, zusammen 57. Ein Smaragdschliff aus demselben Rohstein ist ein Diamant, aber kein Brillant.
| Form | Facetten | Materialverlust beim Schleifen | Preisniveau |
|---|---|---|---|
| Brillant rund | 57 bis 58 | 50 bis 60 Prozent | Referenz |
| Prinzess | 49 bis 76 | 35 bis 45 Prozent | minus 15 bis 25 Prozent |
| Oval | 56 bis 58 | 45 bis 55 Prozent | minus 10 bis 20 Prozent |
| Smaragdschliff | 44 bis 50 | 35 bis 45 Prozent | minus 20 bis 30 Prozent |
| Tropfen | 56 bis 58 | 45 bis 55 Prozent | minus 10 bis 20 Prozent |
| Baguette | 14 bis 24 | 30 bis 40 Prozent | minus 30 bis 40 Prozent |
Warum der Rundschliff teurer ist
Der Rohdiamant ist selten rund. Um eine runde Form herauszuarbeiten, geht mehr als die Hälfte des Materials verloren. Bei Fantasieformen lässt sich der Rohstein besser ausnutzen, weshalb dieselbe Qualität dort 10 bis 30 Prozent günstiger ist. Dafür bringt der Brillantschliff mit seinen berechneten Winkeln die meiste Brillanz zurück.
Wo die Bezeichnung irreführend wird
Formulierungen wie Brillantschliff bei einem Zirkonia oder brillantiert bei einer Oberflächenbehandlung nutzen die Erwartung aus, es gehe um Diamanten. Zulässig ist das nur mit klarem Zusatz zum Material. Wer Brillant ohne weiteren Hinweis liest, darf einen Diamanten im Vollschliff erwarten. Alles andere ist ein Fall für das Wettbewerbsrecht.
Ähnlich verhält es sich mit Bezeichnungen wie Diamantsplitter oder Diamantstaub. Damit sind meist Steine unter 0,01 Karat gemeint, deren Wert je Stück im Centbereich liegt.
Was beim Kauf zählt
Der Schliff, denn er ist die einzige der vier Bewertungsgrößen, die vom Menschen bestimmt wird. Ein Brillant mit korrekten Winkeln von rund 34,5 Grad an der Krone und 40,75 Grad im Pavillon leuchtet auch bei Farbe H noch. Ein flach geschliffener Stein in Farbe E wirkt dagegen leer, weil das Licht unten austritt statt zurückgeworfen zu werden.
Häufige Fragen
+Ist jeder Brillant ein Diamant?
Ja. Umgekehrt gilt das nicht: Ein Diamant im Smaragd- oder Prinzessschliff ist kein Brillant.
+Wie viele Facetten hat ein Brillant?
57, mit Kalette 58. Davon liegen 32 oberhalb und 24 unterhalb der Rundiste, dazu die Tafel.
+Warum sind Fantasieformen günstiger?
Weil beim Schleifen weniger Material verloren geht. Der Verlust liegt bei 30 bis 45 Prozent statt 50 bis 60 wie beim Rundschliff.
+Darf ein Zirkonia als Brillant bezeichnet werden?
Nur mit eindeutigem Materialzusatz. Ohne diesen ist die Bezeichnung irreführend und wettbewerbswidrig.
+Welche Form wirkt am größten?
Bei gleichem Gewicht wirken Oval, Tropfen und Marquise größer, weil sie mehr Fläche zeigen. Der Brillant bringt dafür mehr Feuer.
Quellen
- 1Diamond Quality Factors, 4C, Gemological Institute of America (August 2026)
- 2Paragraf 5 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, irreführende geschäftliche Handlungen, Bundesministerium der Justiz (August 2026)