Anzahlung beim Autokauf: welche Rechte bleiben
Eine Anzahlung von 10 bis 20 Prozent ist üblich und zulässig, sie muss bei einem Rücktritt aus vom Händler zu vertretenden Gründen vollständig zurückgezahlt werden, und im Insolvenzfall ist sie ohne Sicherung eine einfache Insolvenzforderung mit typischerweise geringer Quote.
gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Üblich sind 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises als Anzahlung.
- Bei einem Rücktritt des Käufers ohne Grund kann der Händler pauschalierten Schadensersatz von 10 bis 15 Prozent verlangen.
- Im Insolvenzfall liegt die Quote für einfache Forderungen erfahrungsgemäß im niedrigen einstelligen Bereich.
- Eine Anzahlungsbürgschaft kostet 1 bis 2 Prozent der gesicherten Summe im Jahr.
Eine Anzahlung ist ein Vertrauensvorschuss mit Zahlen. Ob er gerechtfertigt ist, entscheidet sich an drei Fragen: Wie hoch, wofür und was passiert, wenn etwas schiefgeht.
Wie hoch sie sein darf
Eine gesetzliche Obergrenze gibt es beim gewöhnlichen Kaufvertrag nicht. Üblich und angemessen sind 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises. Bei Bestellfahrzeugen mit langer Lieferzeit ist eine Anzahlung nachvollziehbar, weil der Händler das Fahrzeug beim Werk abrufen muss. Bei einem Lagerfahrzeug, das sofort verfügbar ist, gibt es dafür wenig Grund, und eine Forderung über 30 Prozent sollte hinterfragt werden.
| Situation | üblich | Rückzahlung bei Rücktritt |
|---|---|---|
| Lagerfahrzeug | 0 bis 10 Prozent | vollständig, wenn Händler zu vertreten hat |
| Bestellfahrzeug | 10 bis 20 Prozent | abzüglich Aufwand nach Vertrag |
| Sonderausstattung nach Wunsch | 15 bis 25 Prozent | Aufwand kann einbehalten werden |
| Rücktritt des Käufers ohne Grund | Händler kann 10 bis 15 Prozent einbehalten | |
| Lieferverzug über Frist hinaus | vollständig | |
| Insolvenz des Händlers | Insolvenzforderung, geringe Quote |
Wann sie zurückzuzahlen ist
Wenn der Vertrag rückabgewickelt wird und der Grund beim Händler liegt, also bei Lieferverzug nach Fristsetzung, bei einem Mangel, der zum Rücktritt berechtigt, oder bei einer Nichterfüllung. Dann ist die Anzahlung vollständig und ohne Abzug zurückzuzahlen. Tritt der Käufer ohne rechtlichen Grund zurück, darf der Händler einen pauschalierten Schadensersatz verlangen, der in Verträgen üblicherweise mit 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises angesetzt wird.
Das Insolvenzrisiko
Wird der Händler zahlungsunfähig, bevor das Fahrzeug übergeben ist, ist die Anzahlung eine einfache Insolvenzforderung. Die Quote liegt in Regelinsolvenzen erfahrungsgemäß im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Wer eine hohe Anzahlung leistet, sollte deshalb über eine Absicherung sprechen: eine Anzahlungsbürgschaft der Hausbank des Händlers, die 1 bis 2 Prozent der gesicherten Summe im Jahr kostet, oder eine Zahlung erst gegen Übergabe der Zulassungsbescheinigung Teil II.
Ein zweiter Weg ist die Zahlung per Finanzierung durch eine Bank, die das Geld erst bei Auslieferung freigibt. Auch die Zahlung mit Kreditkarte kann helfen, weil bei Nichtlieferung ein Rückbuchungsverfahren möglich ist.
Was in den Vertrag gehört
Der genaue Betrag, das Datum, der Zweck und die Bedingung, unter der zurückgezahlt wird. Dazu ein verbindlicher Liefertermin statt einer unverbindlichen Angabe, denn nur ein verbindlicher Termin lässt Verzug entstehen. Und die Fahrzeugidentifizierung mit Fahrgestellnummer, sobald sie bekannt ist, weil damit ein konkretes Fahrzeug geschuldet wird und nicht nur ein Modell.
Häufige Fragen
+Wie hoch darf eine Anzahlung sein?
Eine gesetzliche Grenze gibt es nicht. Üblich und angemessen sind 10 bis 20 Prozent, bei Lagerfahrzeugen oft weniger.
+Bekomme ich die Anzahlung zurück?
Vollständig, wenn der Grund für die Rückabwicklung beim Händler liegt. Bei grundlosem Rücktritt des Käufers kann pauschalierter Schadensersatz einbehalten werden.
+Was passiert bei einer Insolvenz?
Die Anzahlung wird zur Insolvenzforderung mit typischerweise geringer Quote. Eine Bürgschaft oder Zahlung gegen Papiere schützt davor.
+Wie sichere ich mich ab?
Anzahlungsbürgschaft, Zahlung erst gegen Zulassungsbescheinigung Teil II, Finanzierung über eine Bank oder Kartenzahlung mit Rückbuchungsmöglichkeit.
+Was ist bei Lieferverzug?
Ein verbindlicher Liefertermin im Vertrag ist Voraussetzung. Nach Fristsetzung und fruchtlosem Ablauf besteht ein Rücktrittsrecht mit voller Rückzahlung.
Quellen
- 1Paragraf 437 BGB, Rechte des Käufers bei Mängeln, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
- 2Preisangabenverordnung, Bundesministerium der Justiz (August 2026)