Wasserdicht bei Uhren: was die Angaben bedeuten

Die Bar-Angabe beschreibt einen im Labor statisch geprüften Druck und nicht die Tauchtiefe, weshalb eine Uhr mit 3 bar zwar Spritzwasser verträgt, aber weder zum Duschen noch zum Schwimmen geeignet ist.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • 3 bar entsprechen dem Druck in 30 Metern Wassersäule, geprüft wird jedoch statisch und ohne Bewegung.
  • Beim Eintauchen der Hand mit Schwung entsteht kurzzeitig ein Vielfaches des statischen Drucks.
  • Dichtungen aus Kautschuk altern und sollten alle 2 bis 3 Jahre erneuert werden.
  • Die Dichtheitsprüfung kostet 15 bis 40 Euro und gehört nach jedem Öffnen des Gehäuses dazu.

Kaum eine Angabe wird so oft missverstanden. Eine Uhr mit 5 bar ist nicht für 50 Meter Tauchen gemacht, und der Grund dafür ist Physik, nicht Marketing.

Statischer Prüfdruck gegen bewegtes Wasser

Die Prüfung erfolgt in einer Kammer bei gleichbleibendem Druck, ohne Bewegung, bei Zimmertemperatur. In der Praxis kommt beides dazu: Wer die Hand ins Wasser schlägt, erzeugt kurzzeitig ein Vielfaches des statischen Drucks. Warmes Duschwasser dehnt zudem Metall und Dichtungen unterschiedlich stark aus. Deshalb liegt die empfohlene Nutzung immer deutlich unter dem Prüfwert.

AngabePrüfdruckRegen und SpritzerDuschenSchwimmenTauchen
ohne Angabekeineneinneinneinnein
3 bar30 m Wassersäulejaneinneinnein
5 bar50 m Wassersäulejakurzneinnein
10 bar100 m Wassersäulejajajanein
20 bar200 m WassersäulejajajaFreizeittauchen
Taucheruhr geprüftnach eigener Normjajajaja
Was die Angaben in der Praxis zulassen.

Dichtungen altern

Die Dichtringe bestehen aus Kautschuk oder Kunststoff und verlieren mit den Jahren ihre Elastizität. Wärme, Sonnenlicht, Seife und Chlor beschleunigen den Vorgang. Eine Uhr, die vor zehn Jahren wasserdicht war, ist es heute womöglich nicht mehr, ohne dass man es ihr ansieht. Deshalb gilt: alle 2 bis 3 Jahre prüfen lassen, bei Taucheruhren jährlich.

Die häufigste Ursache für Wasserschäden

Eine nicht verschraubte Krone. Bei Uhren mit Schraubkrone genügt eine halbe Umdrehung, um den Dichtungssitz zu öffnen. Zweithäufigste Ursache sind Drücker, die unter Wasser betätigt werden, etwa beim Chronographen. Dritte Ursache: Der Boden wurde beim Batteriewechsel nicht korrekt aufgesetzt oder die alte Dichtung wiederverwendet.

Beschlägt das Glas von innen, muss die Uhr binnen weniger Tage in die Werkstatt. Feuchtigkeit im Werk führt zu Rost an Federn und Zapfen, und dann wird aus einem Dichtungswechsel für 30 Euro eine Werksüberholung für mehrere hundert.

Was die Prüfung kostet

Die trockene Vorprüfung mit Druckkammer kostet 15 bis 40 Euro und dauert eine halbe Stunde. Wird die Uhr geöffnet und werden alle Dichtungen ersetzt, kommen 30 bis 90 Euro dazu. Das ist im Vergleich zu den Folgekosten eines Wassereinbruchs eine kleine Ausgabe.

Häufige Fragen

+Kann ich mit einer 3 bar Uhr duschen?

Nein. 3 bar deckt Regen und Spritzwasser ab. Warmes Wasser und Seife greifen die Dichtungen an, Dampf dringt leichter ein als kaltes Wasser.

+Ab wie viel bar kann ich schwimmen?

Ab 10 bar. Für Sprünge und Wassersport sollten es 20 bar sein, für echtes Tauchen eine als Taucheruhr geprüfte Uhr.

+Wie oft muss die Dichtheit geprüft werden?

Alle 2 bis 3 Jahre, bei Taucheruhren jährlich und nach jedem Öffnen des Gehäuses.

+Was tun, wenn das Glas beschlägt?

Sofort in die Werkstatt. Innerhalb weniger Tage bildet sich Rost an Federn und Lagern, was die Reparatur deutlich verteuert.

+Was kostet die Prüfung?

15 bis 40 Euro für die reine Druckprüfung, 30 bis 90 Euro zusätzlich für den Austausch aller Dichtungen.

Quellen

  1. 1Paragraf 434 folgende BGB, Sachmangel und Rechte des Käufers, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
  2. 2Paragraf 5 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, irreführende geschäftliche Handlungen, Bundesministerium der Justiz (August 2026)

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