Ganggenauigkeit: welche Abweichung normal ist

Eine mechanische Uhr gilt mit minus 10 bis plus 20 Sekunden am Tag als normal, ein geprüfter Chronometer muss zwischen minus 4 und plus 6 Sekunden bleiben, während Quarzuhren mit 15 bis 30 Sekunden Abweichung im Monat arbeiten.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Chronometerprüfungen laufen über 15 Tage in fünf Lagen und drei Temperaturen.
  • Ein Magnetfeld kann eine Uhr um 60 Sekunden am Tag beschleunigen, das Entmagnetisieren kostet 20 bis 40 Euro.
  • Die Gangreserve liegt bei modernen Automatikwerken zwischen 38 und 80 Stunden.
  • Erst wenn die Abweichung dauerhaft über 30 Sekunden am Tag liegt, ist eine Regulierung fällig.

Eine mechanische Uhr misst die Zeit über eine Feder und ein schwingendes Rad. Dass ein solches System nicht auf die Sekunde genau läuft, ist keine Schwäche, sondern Physik.

Welche Werte gelten

Ein einfaches Automatikwerk wird ab Werk auf minus 10 bis plus 20 Sekunden am Tag reguliert. Bessere Werke erreichen minus 5 bis plus 10. Ein geprüfter Chronometer muss über 15 Tage in fünf Lagen und bei 8, 23 und 38 Grad zwischen minus 4 und plus 6 Sekunden bleiben. Quarzuhren liegen bei 15 bis 30 Sekunden im Monat, also bei etwa einer Sekunde am Tag.

TypAbweichungZeitraumRegulierung fällig ab
einfache Automatikminus 10 bis plus 20 sje Tagüber 30 s
gehobene Automatikminus 5 bis plus 10 sje Tagüber 20 s
Chronometer geprüftminus 4 bis plus 6 sje Tagüber 10 s
Quarz Standard15 bis 30 sje Monatüber 60 s
Quarz thermokompensiert5 bis 10 sje Jahrüber 30 s
Funkuhrunter 1 sje Jahrbei Empfangsstörung
Übliche Toleranzen nach Werktyp.

Warum dieselbe Uhr unterschiedlich läuft

Die Lage entscheidet. Eine Uhr, die nachts mit dem Zifferblatt nach oben liegt, läuft anders als eine, die auf der Krone steht. Der Unterschied beträgt bei einem normalen Werk 5 bis 15 Sekunden am Tag. Wer eine vorgehende Uhr nachts auf die Seite legt, kann damit die Tagesabweichung ausgleichen, ohne etwas regulieren zu lassen.

Magnetismus ist die häufigste Ursache

Lautsprecher, Handytaschen mit Magnetverschluss und Tabletabdeckungen erzeugen Felder, die die Spirale eines Werks magnetisieren. Die Windungen ziehen sich an, die Schwingung wird kürzer, und die Uhr geht plötzlich 40 bis 60 Sekunden am Tag vor. Das Entmagnetisieren dauert eine Minute und kostet 20 bis 40 Euro.

Zweithäufigste Ursache ist eine zu geringe Aufzugsleistung. Wer eine Automatikuhr nur wenige Stunden am Tag trägt, hält die Feder nie voll gespannt, und die Amplitude fällt. Ein Uhrenbeweger oder gelegentlicher Handaufzug behebt das.

Wann die Werkstatt dran ist

Wenn die Abweichung dauerhaft über 30 Sekunden am Tag liegt, wenn sie plötzlich auftritt oder wenn zugleich die Gangreserve fällt. Eine Regulierung kostet 60 bis 140 Euro, eine Entmagnetisierung 20 bis 40 Euro, eine vollständige Revision 250 bis 900 Euro. Vor jeder Diagnose gehört eine Messung auf der Zeitwaage in mindestens fünf Lagen.

Häufige Fragen

+Wie viel darf eine mechanische Uhr abweichen?

Minus 10 bis plus 20 Sekunden am Tag gelten als normal. Chronometer bleiben zwischen minus 4 und plus 6 Sekunden.

+Meine Uhr geht plötzlich stark vor, woran liegt das?

Meist an Magnetismus. Das Entmagnetisieren dauert eine Minute und kostet 20 bis 40 Euro.

+Warum läuft die Uhr nachts anders?

Weil die Lage die Reibung im Werk verändert. Zwischen zwei Lagen liegen typischerweise 5 bis 15 Sekunden am Tag.

+Sind Quarzuhren immer genauer?

In der Regel ja, mit 15 bis 30 Sekunden im Monat. Thermokompensierte Werke erreichen 5 bis 10 Sekunden im Jahr.

+Was kostet eine Regulierung?

60 bis 140 Euro. Sie hilft aber nur, wenn das Werk sonst gesund ist, sonst ist eine Revision fällig.

Quellen

  1. 1Paragraf 437 BGB, Rechte des Käufers bei Mängeln, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
  2. 2Paragraf 634a BGB, Verjährung der Mängelansprüche beim Werkvertrag, Bundesministerium der Justiz (August 2026)

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