Schmuckreparatur: was die gängigen Arbeiten kosten
Die häufigsten Arbeiten liegen zwischen 25 und 120 Euro: Ring weiten kostet 40 bis 80 Euro, eine Kette löten 25 bis 45 Euro und einen Brillanten neu fassen 60 bis 150 Euro, wobei Material und Steingröße den Preis nach oben treiben.
gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Der Stundensatz einer Goldschmiedewerkstatt liegt bei 65 bis 110 Euro.
- Bei Platin steigen die Preise um 30 bis 60 Prozent, weil Lot und Temperatur andere sind.
- Eine Reparatur lohnt sich, solange sie unter der Hälfte des Wiederbeschaffungswerts bleibt.
- Die Gewährleistung auf Werkleistungen beträgt zwei Jahre ab Abnahme.
Die meisten Reparaturen sind billiger als befürchtet, ein paar sind teurer als das Stück wert ist. Der Unterschied zeigt sich meist schon an der Frage, ob Material zugesetzt werden muss.
Preise für die häufigsten Arbeiten
Kalkuliert wird nach Zeit plus Material. Der Stundensatz liegt in einer Meisterwerkstatt bei 65 bis 110 Euro, das Material wird nach Tageskurs berechnet. Deshalb kostet dieselbe Arbeit in Gold und Platin nicht dasselbe.
| Arbeit | Preis in Gold | Preis in Platin | Dauer |
|---|---|---|---|
| Ring bis 2 Größen weiten | 40 bis 80 € | 70 bis 130 € | 2 bis 5 Tage |
| Ring verkleinern | 35 bis 70 € | 60 bis 110 € | 2 bis 5 Tage |
| Kette löten | 25 bis 45 € | 40 bis 70 € | 1 bis 3 Tage |
| Verschluss erneuern | 35 bis 90 € | 60 bis 140 € | 3 bis 7 Tage |
| Brillant neu fassen | 60 bis 150 € | 90 bis 200 € | 5 bis 10 Tage |
| Krappen aufarbeiten | 40 bis 90 € | 70 bis 130 € | 3 bis 7 Tage |
| Ring polieren und reinigen | 20 bis 40 € | 30 bis 55 € | 1 bis 2 Tage |
| Rhodinieren | 40 bis 90 € | entfällt | 1 bis 3 Tage |
Wann sich die Arbeit nicht mehr rechnet
Eine gute Faustregel: Übersteigt die Reparatur die Hälfte des Wiederbeschaffungswerts, lohnt sie selten. Bei einer dünnen Kette mit 120 Euro Neupreis ist ein neuer Verschluss für 80 Euro Verschwendung. Bei einem Erbstück mit ideellem Wert gilt diese Rechnung natürlich nicht.
Was vor der Abgabe geklärt gehört
Ein schriftlicher Kostenvoranschlag mit Beschreibung des Stücks, der geplanten Arbeit und dem Preis. Dazu ein Vermerk über vorhandene Steine mit Anzahl und Größe. Fotos vom Zustand vor der Abgabe kosten nichts und klären hinterher jede Frage. Bei Stücken über 1.000 Euro Wert sollte auch die Haftung während der Bearbeitung angesprochen werden.
Für die Werkleistung gilt eine Gewährleistung von zwei Jahren ab Abnahme. Reißt eine gelötete Kette nach vier Monaten an derselben Stelle, ist das ein Fall für die Nacherfüllung und nicht für eine neue Rechnung.
Reparieren oder umarbeiten
Wenn drei oder vier Arbeiten am selben Stück zusammenkommen, lohnt der Blick auf eine Umarbeitung. Das vorhandene Gold wird dabei angerechnet, oft mit 70 bis 85 Prozent des Materialwerts, und fließt in das neue Stück ein. Aus einem ungetragenen Kollier und zwei Einzelohrringen wird so ein tragbares Stück statt drei reparierter Altlasten.
Häufige Fragen
+Was kostet es, einen Ring weiten zu lassen?
40 bis 80 Euro in Gold, 70 bis 130 Euro in Platin, jeweils für bis zu zwei Größen. Mehr erfordert Materialzusatz und kostet entsprechend.
+Wie lange dauert eine Reparatur?
Einfache Lötarbeiten 1 bis 3 Tage, Fassarbeiten 5 bis 10 Tage. Zur Weihnachtszeit verdoppeln sich die Zeiten häufig.
+Gibt es Gewährleistung auf Reparaturen?
Ja, zwei Jahre ab Abnahme. Tritt derselbe Fehler erneut auf, besteht Anspruch auf Nacherfüllung.
+Haftet der Juwelier für mein Stück?
Während der Bearbeitung ja, im Rahmen seiner Sorgfaltspflicht. Bei hohen Werten sollte die Deckung vorher besprochen werden.
+Kann jede Werkstatt Platin bearbeiten?
Nein. Platin braucht höhere Temperaturen und eigene Lote. Nicht jede Werkstatt hat die Ausstattung, deshalb vorher fragen.
Quellen
- 1Paragraf 634a BGB, Verjährung der Mängelansprüche beim Werkvertrag, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
- 2Paragraf 631 folgende BGB, Werkvertrag, Bundesministerium der Justiz (August 2026)