Schmuck reinigen: was hilft und was schadet

Für Gold, Platin und harte Steine genügt lauwarmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel und einer weichen Zahnbürste, während Perlen, Smaragde, Opale und Türkise weder ins Wasserbad noch in den Ultraschall gehören und nur trocken abgewischt werden.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Gold und Platin vertragen Wasser, Seife und weiche Bürsten ohne Einschränkung.
  • Perlen liegen bei 2,5 bis 4,5 auf der Mohsskala und werden von Säure und Ultraschall zerstört.
  • Zahnpasta hat eine Schleifwirkung von etwa 30 bis 100 RDA und hinterlässt auf Gold sichtbare Kratzer.
  • Eine professionelle Reinigung mit Politur kostet 20 bis 40 Euro und dauert ein bis zwei Tage.

Die meisten Hausmittel aus dem Netz funktionieren, aber nicht bei jedem Material. Der Schaden zeigt sich oft erst Wochen später, und dann ist er nicht mehr rückgängig zu machen.

Das Rezept, das fast immer passt

Eine Schale lauwarmes Wasser bei etwa 35 Grad, ein Tropfen mildes Spülmittel, zehn Minuten einweichen, dann mit einer weichen Zahnbürste vorsichtig entlang der Fassung bürsten, klar abspülen und mit einem fusselfreien Tuch trocknen. Das entfernt Hautfett, Creme und Staub, also 90 Prozent dessen, was einen Ring stumpf aussehen lässt.

MaterialWasserbadUltraschallHinweis
Gold, Platin, Palladiumjajaunproblematisch
Diamant gefasstjameist jabei gefüllten Steinen nein
Saphir, Rubinjamit Vorsichtnicht bei Rissen
SmaragdneinneinÖlfüllung wird ausgewaschen
Perle, Koralle, Bernsteinneinneinnur trocken abwischen
Opal, Türkisneinneinnehmen Wasser auf
Silberjajadanach mit Poliertuch aufhellen
Was welches Material verträgt.

Was Schaden anrichtet

Zahnpasta enthält Putzkörper mit einem Abrieb von 30 bis 100 RDA und hinterlässt auf weichem Gold feine Kratzer. Backpulver und Alufolie entfernen zwar Silbersulfid, greifen aber Lötstellen und Patina an, die bei antiken Stücken zum Wert gehört. Essig und Zitronensäure lösen Kalk und zugleich die Oberfläche von Perlen. Chlorwasser greift Lötungen an, weshalb Ringe vor dem Schwimmbad abgelegt gehören.

Silber ist ein Sonderfall

Silber läuft an, weil Schwefelverbindungen aus der Luft mit der Oberfläche reagieren. Ein Poliertuch mit feiner Schleifpaste hilft gegen dünne Beläge, für stärkere Verfärbungen gibt es Tauchbäder, die aber die Oberfläche mattieren können. Vorbeugen ist einfacher: luftdicht lagern, ein Stück Kreide dazulegen und das Stück regelmäßig tragen.

Rhodinierter Weißgoldschmuck wird von Silberputzmitteln angegriffen. Hier hilft nur Wasser und Seife, und wenn der Glanz fehlt, ist meist die Rhodiumschicht abgetragen und muss erneuert werden.

Wann die Werkstatt dran ist

Wenn Steine sich bewegen, wenn Fassungen aufstehen oder wenn sich in Zwischenräumen Schmutz festgesetzt hat, den keine Bürste erreicht. Eine professionelle Reinigung mit Ultraschall, Dampf und anschließender Politur kostet 20 bis 40 Euro und beinhaltet in der Regel eine Sichtprüfung der Fassungen.

Häufige Fragen

+Kann ich Schmuck mit Zahnpasta putzen?

Besser nicht. Die Putzkörper schleifen und hinterlassen auf Gold feine Kratzer, die sich nur durch Polieren entfernen lassen.

+Darf Perlenschmuck ins Wasser?

Nein. Wasser dringt in den Bohrkanal und weicht den Faden auf, Säure und Ultraschall lösen die Perlmuttschichten.

+Was hilft gegen angelaufenes Silber?

Ein Poliertuch für dünne Beläge, Tauchbäder für stärkere. Beides sparsam einsetzen, weil die Oberfläche darunter leidet.

+Wie oft sollte Schmuck gereinigt werden?

Täglich getragene Stücke alle 4 bis 8 Wochen zu Hause, einmal im Jahr professionell mit Fassungskontrolle.

+Sind Ultraschallgeräte für zu Hause sinnvoll?

Für Gold ohne Steine ja. Bei gefassten Steinen besteht das Risiko, dass sich lockere Fassungen lösen und der Stein verloren geht.

Quellen

  1. 1Verordnung über kosmetische Mittel, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union (August 2026)
  2. 2Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren, Bundesministerium der Justiz (August 2026)

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