Instrumente im Studio: wie richtig desinfiziert wird

Instrumente ohne Hautkontaktverletzung werden gereinigt und desinfiziert, Instrumente mit möglicher Blutberührung müssen sterilisiert werden, weshalb ein Studio entweder einen Autoklaven betreibt oder Einmalinstrumente verwendet.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Feilen aus Pappe sind Einmalartikel und dürfen nicht bei mehreren Personen verwendet werden.
  • Ein Autoklav sterilisiert bei 134 Grad und 2 bar in 5 bis 20 Minuten.
  • Desinfektionslösungen brauchen eine Einwirkzeit von 5 bis 15 Minuten je nach Mittel.
  • Ein Hygieneplan mit Reinigungs- und Desinfektionsschritten gehört in jedes Studio.

Hygiene im Studio ist kein Detail am Rand. Sie entscheidet darüber, ob eine kleine Verletzung am Nagelfalz folgenlos bleibt.

Drei Stufen

Reinigen entfernt sichtbare Rückstände, meist im Ultraschallbad. Desinfizieren tötet Krankheitserreger auf ein Maß ab, das keine Infektion mehr auslöst, mit einer Lösung und definierter Einwirkzeit von 5 bis 15 Minuten. Sterilisieren macht Instrumente frei von allen vermehrungsfähigen Keimen, im Autoklaven bei 134 Grad und 2 bar Druck über 5 bis 20 Minuten. Welche Stufe nötig ist, hängt davon ab, ob Blut fließen kann.

InstrumentAufbereitungBemerkung
PappfeileEinmalartikelnicht wiederverwendbar
MetallfeileReinigen und desinfizierenoder personenbezogen
NagelhautschieberReinigen und desinfizierenbei Verletzungsgefahr sterilisieren
NagelhautzangeSterilisierenkann Blut berühren
FräseraufsätzeReinigen und sterilisierenoder Einmalaufsätze
Handstück des FräsersWischdesinfektionnach jeder Kundin
ArbeitsflächeWischdesinfektionnach jeder Kundin
HandtücherWaschen ab 60 Gradoder Einmaltücher
Was welche Aufbereitung braucht.

Was Kundinnen erkennen können

Werden die Instrumente vor den Augen aus einer verschlossenen Verpackung oder aus einem beschrifteten Behälter genommen? Wird die Arbeitsfläche zwischen zwei Terminen abgewischt? Liegen Pappfeilen einzeln bereit oder in einem offenen Becher, aus dem auch die vorige Kundin bedient wurde? Und trägt die Fachkraft Handschuhe beim Fräsen? Diese vier Beobachtungen dauern zwei Minuten und sagen mehr als jedes Zertifikat an der Wand.

Die personenbezogene Aufbewahrung

Verbreitet und zulässig ist die Praxis, Metallfeilen und Aufsätze personenbezogen in einem beschrifteten Beutel aufzubewahren. Damit werden sie nur bei einer Person verwendet, was das Übertragungsrisiko ausschließt. Das ist eine praktikable Lösung für Studios ohne Autoklaven, ersetzt aber nicht die Aufbereitung von Instrumenten, die Blut berühren können.

Ein Autoklav kostet in der Anschaffung 900 bis 3.500 Euro und im Betrieb wenige Cent je Zyklus. Für Studios mit Fußpflege ist er faktisch Standard, weil dort die Verletzungsgefahr höher ist.

Der Hygieneplan

Er hält fest, welches Mittel in welcher Konzentration mit welcher Einwirkzeit für welche Fläche und welches Instrument verwendet wird, und wer wann was reinigt. Er gehört sichtbar im Betrieb aufbewahrt und ist bei einer Kontrolle das erste Dokument, nach dem gefragt wird. Ein Studio, das ihn auf Nachfrage zeigen kann, hat die Frage nach der Hygiene damit beantwortet.

Häufige Fragen

+Dürfen Feilen mehrfach verwendet werden?

Pappfeilen nicht, sie sind Einmalartikel. Metallfeilen ja, wenn sie desinfiziert oder personenbezogen aufbewahrt werden.

+Was muss sterilisiert werden?

Alles, was Blut berühren kann, etwa Nagelhautzangen und Fräseraufsätze. Im Autoklaven bei 134 Grad und 2 bar.

+Wie lange dauert Desinfektion?

5 bis 15 Minuten Einwirkzeit, je nach verwendetem Mittel und Konzentration.

+Woran erkenne ich ein sauberes Studio?

An Instrumenten aus verschlossenen Verpackungen, abgewischten Flächen, einzeln bereitliegenden Feilen und Handschuhen beim Fräsen.

+Braucht jedes Studio einen Autoklaven?

Nicht zwingend, wenn Einmalinstrumente oder personenbezogene Aufbewahrung verwendet werden. Bei Fußpflege ist er faktisch Standard.

Quellen

  1. 1Robert Koch-Institut, Robert Koch-Institut (August 2026)
  2. 2Verordnung über kosmetische Mittel, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union (August 2026)

Passend dazu