Steine im Altgold: werden sie mitbezahlt oder ausgebrochen

Steine unter etwa 0,20 Karat werden beim Altgoldankauf in der Regel nicht vergütet und mit eingeschmolzen, während sich das Ausfassen ab etwa 0,50 Karat lohnt, weil die Kosten von 15 bis 40 Euro je Stein dann deutlich unter dem Steinwert liegen.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Materialankauf wird das Steingewicht vom Bruttogewicht abgezogen, nicht vergütet.
  • Ein Brillant von 0,50 Karat wiegt 0,10 Gramm, ein Farbstein gleicher Größe etwas mehr.
  • Ausfassen kostet je nach Fassungsart 15 bis 40 Euro je Stein, bei Pavé mehr.
  • Zirkonia, Glas und synthetische Steine haben keinen Wiederverkaufswert und werden nie vergütet.

Der Ring geht als Altgold über den Tresen, und niemand spricht über den Stein. Das ist kein Trick, sondern Praxis, und in den meisten Fällen ist es auch wirtschaftlich richtig.

Warum kleine Steine nicht bezahlt werden

Ein Brillant von 0,05 Karat hat im Handel einen Materialwert von wenigen Euro. Ausfassen, sortieren, prüfen und weiterverkaufen kostet mehr als der Stein einbringt. Deshalb wandert er mit in den Tiegel, wo er die Schmelze übersteht oder zerfällt. Vergütet wird nur das Metall, und dessen Gewicht wird um das Steingewicht bereinigt.

SteinGewichtAusfassenEmpfehlung
Brillant 0,05 ct0,01 g15 bis 25 €mitschmelzen
Brillant 0,25 ct0,05 g15 bis 25 €im Zweifel prüfen lassen
Brillant 0,50 ct0,10 g20 bis 30 €ausfassen
Brillant 1,00 ct0,20 g20 bis 40 €immer ausfassen
Farbstein über 1 ct0,20 g und mehr20 bis 40 €vorher begutachten
Zirkoniabeliebigentfälltohne Wert
Wann sich das Ausfassen rechnet.

Der Unterschied zwischen echt und synthetisch

Synthetische Steine bestehen aus demselben Material wie natürliche, sind aber im Labor gewachsen. Optisch sind sie ohne Gerät kaum zu unterscheiden, im Wert liegen sie um 60 bis 90 Prozent darunter. Zirkonia und Glas sind wieder etwas anderes und haben keinen Materialwert. Wer nicht weiß, was im Ring sitzt, sollte das vor dem Verkauf klären lassen.

Wenn der Stein mehr wert ist als das Gold

Das kommt häufiger vor als gedacht. Ein Ring mit 4 Gramm in 585 hat 180 Euro Materialwert. Sitzt darin ein Brillant von 0,75 Karat in guter Qualität, kann der Stein allein 1.500 bis 3.000 Euro wert sein. In solchen Fällen ist der Verkauf als Schmuckstück der bessere Weg, weil Metall und Stein zusammen gewertet werden.

Ein Anhaltspunkt ist die Fassung: Aufwendige Krappenfassungen mit sechs Krappen, Millegriff oder eine Kastenfassung deuten auf einen Stein, der die Arbeit wert war. Steine, die in einer flachen Bohrung sitzen und mit Kleber gehalten werden, sind fast immer Zirkonia.

Was vor dem Termin zu tun ist

Alle Stücke mit Steinen über 3 Millimeter Durchmesser aussortieren und getrennt begutachten lassen. Vorhandene Zertifikate heraussuchen. Und die Frage stellen, bevor der Posten gewogen wird, denn nach dem Verkauf ist der Stein Eigentum des Käufers.

Häufige Fragen

+Bekomme ich Geld für die Steine im Altgold?

In der Regel nicht. Steine unter etwa 0,20 Karat werden nicht vergütet, ihr Gewicht wird lediglich vom Metallgewicht abgezogen.

+Kann ich die Steine behalten?

Ja, wenn sie vor dem Verkauf ausgefasst werden. Das kostet 15 bis 40 Euro je Stein und sollte beim Goldschmied erfolgen.

+Wie erkenne ich Zirkonia?

Zirkonia ist schwerer als Diamant gleicher Größe, wirkt unter der Lupe an den Kanten weicher und zeigt stärkere Farbspiele im Regenbogen.

+Überstehen Steine das Einschmelzen?

Diamanten verbrennen bei Sauerstoffzutritt ab etwa 800 Grad, Farbsteine zerspringen meist. Wertvolle Steine gehören vorher heraus.

+Lohnt sich ein Gutachten für den Stein?

Ab etwa einem halben Karat oder bei Verdacht auf einen guten Farbstein. Ein Kurzgutachten kostet 60 bis 120 Euro.

Quellen

  1. 1Diamond Quality Factors, 4C, Gemological Institute of America (August 2026)
  2. 2Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren, Bundesministerium der Justiz (August 2026)

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