Zink, Kupfer oder Kunststoff: Dachrinnen im Vergleich

Titanzink hält 40 bis 60 Jahre bei 25 bis 45 Euro je Meter, Kupfer 80 bis 120 Jahre bei 45 bis 90 Euro, Kunststoff 20 bis 30 Jahre bei 8 bis 20 Euro, wobei Kupfer und Zink nie an derselben Dachfläche verbaut werden dürfen.

gelistet Redaktion · Stand 15. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Kupferionen aus dem Ablaufwasser zerstören darunterliegendes Zinkblech innerhalb weniger Jahre.
  • Das Gefälle einer Rinne beträgt 1 bis 3 Millimeter je Meter, mehr sieht man von unten.
  • Kunststoffrinnen dehnen sich bei 40 Grad Temperaturunterschied um etwa 2,5 Millimeter je Meter.
  • Ein Fallrohr entwässert je nach Durchmesser 60 bis 200 Quadratmeter Dachfläche.

Die Rinne ist das Bauteil mit dem schlechtesten Verhältnis von Aufmerksamkeit zu Schadenspotenzial. Sie kostet wenige hundert Euro und entscheidet darüber, ob die Fassade trocken bleibt.

Die vier gängigen Materialien

Titanzink ist der Standard in Deutschland: preiswert, gut lötbar, mit einer natürlichen Patina, die vor Korrosion schützt. Kupfer hält am längsten und altert zu einer grünen Schutzschicht, kostet aber das Doppelte. Verzinktes Stahlblech ist die günstige Variante mit begrenzter Haltbarkeit. Kunststoff wird gesteckt statt gelötet, ist damit für Selbstbauer geeignet, altert aber unter UV-Strahlung.

MaterialLebensdauerPreis je MeterVerbindungBemerkung
Kupfer80 bis 120 Jahre45 bis 90 €gelötetnie über Zink
Titanzink40 bis 60 Jahre25 bis 45 €gelötetStandard in Deutschland
Aluminium40 bis 50 Jahre30 bis 55 €geklebt oder genietetleicht, farbig lieferbar
verzinkter Stahl20 bis 30 Jahre15 bis 30 €gefalztrostet an Schnittkanten
Kunststoff20 bis 30 Jahre8 bis 20 €gestecktdehnt sich stark
Edelstahl60 bis 80 Jahre50 bis 95 €geklemmtsehr langlebig, teuer
Rinnenmaterialien im Vergleich.

Warum Kupfer und Zink sich nicht vertragen

Regenwasser löst geringe Mengen Kupfer aus dem Blech. Trifft dieses Wasser auf Zink, entsteht ein galvanisches Element, und das Zink wird zur Opferanode. Eine Zinkrinne unter einem Kupferdach ist deshalb nach 3 bis 8 Jahren durchlöchert. Umgekehrt ist die Kombination unproblematisch: Zinkwasser schadet Kupfer nicht. Die Regel lautet also, Kupfer nie oberhalb von Zink zu verbauen.

Gefälle und Dehnung

Eine Rinne wird mit 1 bis 3 Millimetern Gefälle je Meter montiert. Weniger führt zu stehendem Wasser, mehr fällt am Traufblech optisch auf. Bei 12 Metern Rinnenlänge ergibt das einen Höhenunterschied von 12 bis 36 Millimetern. Metallrinnen brauchen alle 12 bis 15 Meter einen Dehnungsausgleich, Kunststoffrinnen deutlich häufiger, weil sie sich bei 40 Grad Temperaturunterschied um 2,5 Millimeter je Meter ausdehnen.

Die Halter sitzen alle 60 bis 80 Zentimeter. Bei Schneelastzonen mit hohen Lasten werden die Abstände auf 50 Zentimeter verkürzt, weil abrutschender Schnee die Rinne sonst mitnimmt.

Die richtige Größe

Maßgeblich ist die zu entwässernde Dachfläche. Eine halbrunde Rinne der Größe 285, entsprechend 12 Zentimetern Nennweite, reicht für etwa 70 Quadratmeter, die Größe 333 für rund 110 Quadratmeter. Beim Fallrohr gilt: 80 Millimeter Durchmesser für bis zu 100 Quadratmeter, 100 Millimeter für bis zu 200. Zu klein dimensionierte Rinnen laufen bei Starkregen über, und Starkregenereignisse mit über 30 Litern je Quadratmeter und Stunde nehmen messbar zu.

Häufige Fragen

+Welches Material hält am längsten?

Kupfer mit 80 bis 120 Jahren, gefolgt von Edelstahl mit 60 bis 80. Titanzink erreicht 40 bis 60 Jahre.

+Darf ich Kupfer und Zink kombinieren?

Nur wenn Zink oberhalb liegt. Kupferhaltiges Ablaufwasser zerstört darunterliegendes Zink innerhalb weniger Jahre.

+Was kostet eine neue Dachrinne?

Bei 20 Metern Rinne mit zwei Fallrohren rechnet man mit 1.200 bis 3.000 Euro einschließlich Montage, je nach Material und Höhe.

+Wie viel Gefälle braucht eine Rinne?

1 bis 3 Millimeter je Meter. Bei 12 Metern Länge sind das 12 bis 36 Millimeter Höhenunterschied.

+Welche Rinnengröße ist richtig?

Nach Dachfläche: Nennweite 12 Zentimeter für rund 70 Quadratmeter, Fallrohr mit 100 Millimetern für bis zu 200 Quadratmeter.

Quellen

  1. 1Gebäudeenergiegesetz, Bundesministerium der Justiz (August 2026)
  2. 2Paragraf 634a BGB, Verjährung der Mängelansprüche beim Werkvertrag, Bundesministerium der Justiz (August 2026)

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